Gebäudekomplex in Bonn: Signa lässt Schmierereien an Viktoriakarree entfernen

Gebäudekomplex in Bonn : Signa lässt Schmierereien an Viktoriakarree entfernen

Nach Anwohnerbeschwerden über Verwahrlosung des Viktoriakarrees reagiert nun der Eigentümer. Das Unternehmen Signa kündigte an, die Fassaden reinigen zu lassen.

Es tut sich wieder etwas im Viktoriakarree: Nach längerer Funkstille hat Signa, ein Unternehmen des österreichischen Karstadt- und Kaufhofbesitzers René Benko, am Montag angekündigt, in den nächsten Tagen Haustüren, Wände und Fenster seiner Immobilien im Viktoriakarree reinigen zu lassen.

Wie berichtet, hatten Anlieger sich über den Zustand der Signa-Gebäude an der Rathausgasse beschwert. Sie sind über und über mit Graffiti beschmiert. „Wir sind gespannt, wie lange diesmal die regelmäßigen Sanierungs- und Reinigungsmaßnahmen wirken“, sagte Signa-Sprecher Robert Leingruber. Zuletzt hatte das Unternehmen Signa seine Gebäude Anfang 2017 reinigen lassen. Ursprünglich wollte Signa im Viktoriakarree ein Einkaufszentrum und eine Bibliothek für die Universität errichten.

Die Pläne scheiterten im November 2015 an einem Bürgerbegehren, das die Initiative „Viva Viktoria“ angestrengt hatte. Signa hatte daraufhin sämtliche Mietverträge in seinen Gebäuden auslaufen lassen. Seither herrscht in den Ladenlokalen der Signa-Gebäude an der Rathausgasse Leerstand. Lediglich ein Geschäftsraum, in dem sich einst das Café Kurzlebig befand, war zwischenzeitlich für die Bürgerwerkstatt zur Zukunft des Karrees genutzt worden.

„Als Eigentümer einzelner Immobilien im Viktoriakarree ist es unsere stete Absicht, den Leerstand so gering wie möglich zu halten“, sagte Leingruber. Die Zerstörungen führten aber zum gegenteiligen Effekt: Eine Vermietung sei nur sehr schwer möglich, wenn nicht unmöglich. „Kein neuer Mieter ist bereit einzuziehen, auf die Gefahr hin, dass sein Ladenlokal beziehungsweise die Wände, Türen und die Fassade in regelmäßigen Abständen immer wieder beschmiert werden.“ Signa befinde sich regelmäßig in Vermietungsgesprächen, Wohnungen seien für Flüchtlingsfamilien zur Verfügung gestellt und einige Ladenlokale vermietet worden.

Nach der Bürgerwerkstatt stehen Vorschläge zur künftigen Nutzung des Karrees wie Einzelhandel, kulturelle Einrichtungen im ehemaligen Schwimmbad und Wohnungsbau zur Diskussion. Leingruber dazu: „Die Erwartung von Signa ist es, hier eine konsensfähige Lösung zu entwickeln.“

Mehr von GA BONN