Stadtwerke setzten auf Elektroantrieb: Sieben neue Elektro-Busse für Bonn

Stadtwerke setzten auf Elektroantrieb : Sieben neue Elektro-Busse für Bonn

Die Stadtwerke Bus und Bahn wollen trotz einiger Rückschläge am Elektroantrieb für ihre Busse festhalten. Wie der Aufsichtsrat unter Vorsitz von Oberbürgermeister Ashok Sridharan nun beschlossen hat, werden vier Solo- und drei Gelenkbusse kaufen oder leasen.

Als „Klimahauptstadt“ sei das ein logischer Schritt, so der OB. Förderanträge bei Bund und Land würden nun gestellt. SWB-Geschäftsführerin Anja Wenmakers geht davon aus, dass die sieben batteriebetriebenen Busse spätestens bis Anfang 2019 bereitstehen. Eine europaweite Ausschreibung werde vorbereitet. Seit 2016 testen die SWB sechs geliehene Busse der deutschen Firma Sileo im Fahrbetrieb. Das EU-geförderte Projekt ZeEUS (Zero Emission Urban Bus System) läuft allerdings Ende April aus. Von den sechs Sileo-Busse mussten zuletzt fünf in der Werkstatt des Herstellers überarbeitet werden, weil die Einsatzzeiten der Busse hinter den Erwartungen zurückblieben.

Dennoch wollen die SWB einen dieser Busse über den Projektzeitraum hinaus weiterfahren. „Wir setzen unter Berücksichtigung aller spezifischen Bonner Voraussetzungen auf Linienbusse mit Elektroantrieb und nicht auf anderweitige Antriebstechnologien wie Biogas oder Wasserstoff“, sagte Wenmakers. Das Schwesterunternehmen SWB Energie und Wasser produziert Strom. Wenmakers zeigte sich optimistisch, dass die Umstellung der rund 200 Busse auf Elektroantrieb bis 2030 funktionieren kann. Um die Abgase schon jetzt zu reduzieren, will der Dienstleister hundert alte Dieselbusse nachrüsten.

Unterdessen beschloss der Planungsausschuss auf SPD-Antrag, dass die SWB die Ausschreibung für die Neuanschaffung von Straßenbahnen ändern soll. Wie berichtet, liegt ein Ratsbeschluss vor, dass die 24 alten Bahnen von 2020 an bis 2022 sukzessive durch 26 neue ersetzt werden. Die Option auf neun weitere im Bedarfsfall soll nun nach Willen des Ausschusses auf zwölf erhöht werden. Dieser Beschluss steht unter dem Vorbehalt, dass die Optionserhöhung nicht mehr Geld kostet. Keine Mehrheit fand die Links-Fraktion mit ihrem Vorschlag einer zeitigeren Anschaffung. Wenmakers hatte erklärt, dass eine schnellere Lieferung nicht möglich sei. Die Ausschreibung wird vorbereitet.

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