Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt: Die Tricks der Taschendiebe

Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt : Das sind die Tricks der Taschendiebe

Bislang wenig Taschendiebstähle verzeichnet die Polizei in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis in der Adventszeit. Mit der Eröffnung der Weihnachtsmärkte hat für Taschendiebe allerdings die Hochsaison begonnen. Das sind ihre Tricks und so können Sie sich vor den Langfingern schützen.

Auf gut besuchten Märkten und vollen Innenstädten haben Taschendiebe leichtes Spiel: Auch mit der Eröffnung der Weihnachtsmärkte in Bonn und der Region beginnt die Hochsaison der Taschendiebstähle. Jetzt sollte besonders achtsam mit den eigenen Wertgegenständen umgegangen werden. Wir geben Tipps, wie Sie sich vor Taschendieben schützen können und wie Sie bei einem Diebstahl reagieren sollten.

Zahl der Taschendiebstähle in Bonn geht zurück

Die Bonner Polizei setzt sich auch in diesem Jahr verstärkt für die Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt ein. Eine mobile Wache ist auf dem Weihnachtsmarkt in Höhe des Hauptportals der Münsterkirche platziert. Aus der „Wache Weihnachtsmarkt“ heraus koordinieren die Beamten den Einsatz der Fußstreifen und sind die Anlaufstelle für Rat- und Hilfesuchende vor Ort. Außerdem werden uniformierte und zivile Fußstreifen ein besonderes Augenmerk auf potentielle Trickdiebe rund um den Weihnachtsmarkt legen.

Seit der Eröffnung des Bonner Weihnachtsmarktes hat es jedoch nur eine kleine Zahl an Taschendiebstähle in der Bonner Innenstadt gegeben, teilte die Polizei Bonn auf eine Anfrage mit. Auch die Polizei im Rhein-Sieg-Kreis verzeichnete nur einen einzigen Taschendiebstahl auf dem Adventsmarkt in Troisdorf. Eine unmittelbare Zuordnung zum Weihnachtsmarkt sei ohnehin problematisch, erklärt Simon Rott von der Polizei Bonn. Oft stellen die Opfer erst später fest, dass ihnen etwas fehlt. So sei nicht ersichtlich, ob der Dieb auf dem Weihnachtsmarkt oder woanders zugegriffen hat.

Die Zahl der bekannt gewordenen Taschendiebstähle sinkt kontinuierlich. im Jahr 2018 hat die Polizei Bonn in ihrem Zuständigkeitsbereich nur 1056 Fälle verzeichnet, der niedrigste Stand seit 1997. Für 2019 rechnen die Beamten nach bisherigen Erhebungen erneut mit einem Rückgang. Das liegt vielleicht daran, dass sich die Menschen nach Einschätzung der Polizei deutlich gefahrenbewusster im Umgang mit ihren Taschen zeigen und die Präventionstipps der Beamten beherzigen. Deshalb greift die Polizei auch in diesem Jahr wieder auf die „Alarm-Glöckchen“ zurück. Sobald sich ein Fremder am Verschluss zu schaffen macht, klingelt es. Mit der Ansprache von unvorsichtigen Besuchern und Verteilung der „Alarm-Glöckchen“ gelinge es der Polizei die Menschen zu sensibilisieren.

So schützen Sie sich vor den Taschendieben

Weihnachtsmärkte, öffentliche Verkehrsmittel oder Kaufhausgetümmel: Überall wo es eng wird, gehen Taschendiebe auf die Jagd. Experten der Allgemeinen Rechtschutz-Versicherungs AG (Arag) empfehlen deshalb, nur so viel Bargeld mitzunehmen, wie tatsächlich benötigt wird. Größere Geldbeträge können in Geldgürtel, Gürteltaschen oder Brustbeutel verstaut werden. Bargeld, EC- und Kreditkarten sollten am besten am Körper verteilt werden. Die Handtasche sollte, wenn Sie nicht darauf verzichten können, immer geschlossen und mit der Verschlussseite eng am Körper getragen werden. Auch das Smartphone kann beispielsweise in einer verschließbaren Innentasche in der Jacke verstaut werden.

Das sind die Tricks der Taschendiebe

Arag warnt vor dem Rempel-Trick, bei dem das Opfer im Gedränge angerempelt oder von vermeintlichen Passanten eingekeilt wird. Während sich der Vordermann plötzlich nach irgendetwas bückt und der Ahnungslose aufläuft und abgelenkt ist, greift der hintere Komplize in die Tasche. Beim Drängel-Trick rechnen die Langfinger damit, dass sich das Opfer, wenn man ihm unangenehm nah kommt, umwendet und so die Schultertasche darbietet.

Eine beliebte Diebstahlmasche ist auch der Antanz-Trick. Wo viele Menschen feiern, haben es die Täter vorzugsweise auf alkoholisierte Passanten abgesehen. Sie suchen scheinbar ausgelassen tanzend Körperkontakt. Beim Stadtplan-Trick sind meist Teams am Werk. Während der „Fremde“ nach dem Weg fragt und sich das Opfer orientiert, plündert der Komplize die Tasche. Arag-Experten warnen ebenfalls vor dem Beschmutzer-Trick: „Versehentlich“ wird das Opfer bekleckert. Beim anschließenden wortreichen Reinigungsversuch verschwindet dann das Portemonnaie.

Wenn Sie einen Taschendieb erwischen

Wenn Sie einen Taschendieb beobachten, sollten Sie andere Personen auf den Dieb aufmerksam machen und um Hilfe bitten. Auch die Polizei sollte unverzüglich verständigt werden. Wenn ein Dieb auf frischer Tat ertappt wird, darf er sogar festgehalten werden. „Wird jemand auf frischer Tat betroffen oder verfolgt, so ist, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann, jedermann befugt, ihn auch ohne richterliche Anordnung vorläufig festzunehmen“, heißt es in der Strafprozessordnung (StPO). Das muss natürlich in einem angemessenen Rahmen bleiben.

Wenn es zum Diebstahl gekommen ist

Fehlt die Bank- oder Kreditkarte, sollte schnell gehandelt und die Karten sofort gesperrt werden. Sofern das Kreditinstitut am zentralen Sperrnotrufsystem teilnimmt, kann die Kartensperrnummer 116 116 gewählt werden. Gleiches gilt für die Sim-Karte bei einem gestohlenen Handy. Sogar die Identitätsfunktion des Personalausweises kann mittlerweile mit der 116 116 gesperrt werden.