Von Röttgen nach Ückesdorf: Seifenkistenrennen des RAN-Vereins führte durch die "Hölle"

Von Röttgen nach Ückesdorf : Seifenkistenrennen des RAN-Vereins führte durch die "Hölle"

Ihr Hinterteil war vielleicht mal das Ruderblatt eines Bootes, der Sitz ist der eines Schlittens, Kufen und Räder gehen ineinander über, vielleicht musste auch ein Kinderwagen sein Leben lassen. Sie machen abenteuerliche Geräusche, können manchmal bremsen, manchmal nicht und sind der Alptraum jeder Mutter und der heimliche Schwarm der Väter. Gemeint sind die Seifenkisten, mit denen zwölf wagemutige kleine Rennfahrer am Sonntag den Abhang von Röttgen Richtung Ückesdorf hinuntersausten und sich ein Rennen lieferten.

Dabei waren die Wettkämpfer gut vorbereitet und bestens informiert: "Die Gegner haben nachgerüstet", weiß Matthias Hecker (12), doch er rechnet sich gute Chancen auf einen Sieg aus, sind doch in seinem Fahrzeug sogar Pedalbremsen verbastelt. Einen Rennfahrertipp will er nicht verraten: "Seifenkistenfahren kann man nicht üben, man braucht eine gute Lenkung, gute Bremsen und ein sicheres Handgefühl."

Er tritt an gegen Profis wie Jan Stascheit (14) mit seinem unbekannten Fahrobjekt aus lauter Autoteilen inklusive Lenkung eines echten Golfs. "Ein gutes Kugellager und nicht bremsen", verrät er sein Erfolgsgeheimnis. Letzte Vätertipps werden laut - "Denk dran, Tobias, die Füße!" - dann gibt ein Signal die Startbahn frei und die Gefährte flitzen den Hügel hinunter.

Organisiert hat das Rennen der RAN-Verein zur Förderung der ökumenischen Jugendarbeit in Röttgen und Ückesdorf; wegen großer positiver Resonanz findet es nun schon zum zweiten Mal statt. "Man muss an viele Dinge denken, die Genehmigung, die Haftpflicht-Versicherung, Helfer, Kuchen, Absperrband - auf dem PC sind das vier ganze Seiten", sagt Patrick Steinke (47), der erste Vorsitzende des Vereins.

Spaß für die ganze Familie

Er macht das gerne, freut sich, wenn die Kinder Spaß haben. Alle sind da, Eltern, Großeltern, Geschwister, sogar der ein oder andere Feuerwehrmann, den die Neugier hergetrieben hat, Seifenkisten sind eben ein Kindertraum. Eine Seniorin, die ungenannt bleiben möchte, findet: "Es ist schön, wie alle eingebunden werden. Ökumenische Jugendarbeit ist sehr wichtig. Man merkt bei Veranstaltungen wie dieser, dass wir alle zusammengehören."

Weil das ein oder andere Rad bedenklich eiert, sind die rasenden Rennfahrer gut eingepackt mit Motorradhelm, dicker Jacke und festen Schuhen. Trotzdem ist das Rote Kreuz Duisdorf mit drei Ersthelfern vor Ort, um bei Schürfwunden oder mit viel Pech einem gebrochenen Arm zur Stelle zu sein.

Matthias Napiletzki ist einer von ihnen und arbeitet wie die vielen anderen Helfer der Veranstaltung ehrenamtlich. Er gesteht: Zumindest für uns Jungs ist das ein spannender Dienst." Auch die Väter wirken begeistert, haben sie doch wochenlang mit ihren Kindern an den Kisten geschraubt und sind wohl Beifahrer im Geiste. Großer Dank gilt dem RAN-Verein.

Mehr von GA BONN