Kommentar zu Sportstätten in Bonn: Schwieriger Marathon

Kommentar zu Sportstätten in Bonn : Schwieriger Marathon

Die Stadt wird Jahre brauchen, um den mächtigen Sanierungsstau bei den Sportstätten aufzulösen. Ohne die Hilfe privater Investoren wird das nicht zu machen sein.

Was lange währt, wird am Ende hoffentlich gut. Seit 2017 arbeitet die Stadt mit Hilfe des Experten Robin Kähler an ihrer Sportentwicklungsplanung und hat dazu auch Bürger und Vereine befragen lassen. Im Frühjahr 2019, so die Ankündigung, soll dem Rat das fertige Gutachten vorgelegt werden. Auf der Basis können Rat und Stadtverwaltung festlegen, wie diese Aufgabe der Daseinsvorsorge künftig erfüllt werden soll.

Sport tut jedem gut. Es ist deshalb völlig richtig, dass Kähler als Leitziel empfiehlt, Sport als kommunale Querschnittsaufgabe in die Stadtentwicklung einzubinden. Klar ist aber auch, wie anstrengend dieser Marathon wird – und zwar schon beim ersten Schritt. Wer Menschen in Bewegung setzen will, braucht ansprechende Hallen und Sportanlagen. Der Sanierungsstau liegt dort nach Jahrzehnten der Vernachlässigung allerdings bei rund 100 Millionen Euro.

Selbst wenn Fördergelder des Landes fließen, wird die hoch verschuldete Stadt viele Jahre brauchen, um eine solche Summe über Kredite aufzubringen und zu verbauen. Die Sanierung der Schwimmbäder, deren Kosten unklar sind, kommt noch dazu. Ganz zu schweigen von anderen Großprojekten wie Instandsetzung oder Neubau der Oper und des Stadthauses, von der denkmalgerechten Sanierung der Stadthalle Bad Godesberg und dem zwingend nötigen Ausbau von Schulen und Kindergärten.

All das bringt das Städtische Gebäudemanagement Bonn (SGB) an seine personellen Grenzen – und darüber hinaus. Da Ingenieure und Architekten auf dem Arbeitsmarkt nur schwer zu bekommen sind, bleibt der Stadt wohl nur die umstrittene Zusammenarbeit mit privaten Investoren, um alle drängenden Bau- und Sanierungsprojekte zu bewältigen.

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