Karnevalsmesse am Telekom Dome: Schwere Kamelle und wilde Kostüme

Karnevalsmesse am Telekom Dome : Schwere Kamelle und wilde Kostüme

Auf der Karnevalsfachmesse „Die Messe“ stellten bis Sonntagabend Händler und Vereine die neusten Trends für die kommende Session vor. Da gibt es etwa LED-Sonnenbrillen. Außerdem geht der Trend weg vom Bonbon hin zum Riegel.

Pappnas‘ un Bloskapelle im Juni? Ganz richtig! Denn am Wochenende ging es im Telekom Dome in Duisdorf nämlich buchstäblich heiß her, frei nach dem Motto „Kamelle statt Korbleger“. Im Heimstadion der Baskets fand bei strahlendem Sonnenschein zum vierten Mal Europas größte Karnevalsfachmesse „Die Messe“ statt, die sich voll und ganz dem Bönnschen Fastelovend widmete. Hier stellten Händler und Vereine Neuheiten für die kommende Session vor.

Dabei konnten es die Karnevalsfans gar nicht abwarten, in die heilige Halle hereinzukommen. „Schon um acht Uhr morgens gab es eine riesige Schlange vor dem Einlass“, sagt Messeorganisator Lutz Persch von der Metro Sankt Augustin. „Dabei war die Eröffnung eigentlich erst eine Stunde später.“ Insgesamt hatte die Messe über 7000 Besucher, so Persch.

Auf über 7000 Quadratmetern Fläche hatten 180 Aussteller ihre Stände aufgebaut und informierten über die neusten Kostümtrends, köstliche Neuheiten aus der Welt der Kamelle und ihre Vereine. Dabei gab es eine Menge Neuheiten zu bestaunen, von der Narrenkappe in Leopardenoptik bis hin zu einfallsreichen Schmuckkreationen für die Jecke von Welt.

Für Fastelovends-Profis und die, die es mal werden wollen, wurden darüber hinaus interessante Workshops angeboten. Darunter waren ein Tanzworkshop und ein „Wagenbauer-Workshop“, bei dem der erfahrene Wagenbauer Klaus Härtel interessante und praxisnahe Tipps gab.

Vom Draht bis zur Farbe; bei den Teilnehmern blieb keine Frage ungeklärt. „Vor allem hat mir der Teil mit der Auswahl des richtigen Papiers gefallen“, sagt Workshop-Teilnehmer Christian Johann. „Die Lösung lautet: Seidenblumenpapier.“

Abgerundet wurde die Messe von einem Bühnenprogramm, bei dem unter anderem die Bläck Fööss, der „Närrischer Oscar“-Gewinner Schäng und Cat Ballou auftraten. Auch „Blötschkopp“ Marc Metzger gab ein kurzes Gastspiel. Er kündigte die Bläck Fööss mit einer Hommage an die Kölschen Legenden an.

Ein ganz besonderes Highlight war zudem die „13. Deutsche Meisterschaft der Männerbalette“. Bei der Meisterschaft musste die Gruppe „Eichezeller Schreckschruwe“ aus Hessen ihren Titel gegen Gruppen mit Namen wie „O-Town- Players“ oder „Die Pfundigen“ verteidigen.

„Ich weiß, „Männerbalett“ klingt erst mal komisch“, sagt Martina Klasen vom Bundesverband Deutscher Männerballette. „Aber die Zeiten von Kerlen im Tutu, die „Schwanensee“ tanzen sind eindeutig vorbei.“

Stattdessen liefen die Tänzer zu akrobatischen Höchstleistungen auf und erschufen sogar kurze Mini-Musicals, die Geschichten erzählten. Im Finale setzte sich schließlich das Männerballett Gefühlsecht aus Meckenheim durch und gewann am Abend den begehrten Titel.

Organisator Lutz Persch ist vollends zufrieden: „Die Messe war ein voller Erfolg, auch für unsere Spendenaktion.“ Von jeder Karte werden 1,11 Euro an soziale Einrichtungen, wie zum Beispiel Kinderheime gespendet. „Letztes Jahr konnten wir so 14 Spenden à 500 Euro verteilen“, so Persch.

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