Kommentar zu den Bonner Schwimmbädern: Schuss aus der Hüfte

Kommentar zu den Bonner Schwimmbädern : Schuss aus der Hüfte

Irgendwie ist der Wurm drin. Als ob die Situation der Bonner Bäder nicht schon verfahren genug wäre, kommt die Stadt jetzt mal eben so um die Ecke und will den Betrieb zweier Freibäder privatisieren.

Obwohl der Rat genau in dieser Frage schon eine Entscheidung getroffen hat. Auf das Nein der Politiker zur Privatisierung von Melbbad und Panoramabad Rüngsdorf haben sich die Fördervereine dieser beiden Bäder und nicht zuletzt die Besucher verlassen.

Insofern ist die Ablehnung dieses unabgesprochenen Vorstoßes, der einem Schuss aus der Hüfte gleicht, nicht mehr als konsequent und richtig. Aber ob es dabei bleibt? Die Stadt betreibt – ohne einen Neubau im Wasserland gerechnet, der ganzjährig geöffnet würde – derzeit und wohl auch künftig zwei Hallenbäder, aber sechs Freibäder. Woher im Sommer das nötige Personal für diese Freibäder kommen soll, ist ein Buch mit sieben Siegeln.

Und noch eines müsste der Stadtverwaltung bei aller Schelte klar sein. Wer seinem Bäderbetrieb verbietet, diesen an private Interessenten auszuschreiben, muss ihm andererseits genügend Geld an die Hand geben, um die geforderte Leistung selbst erbringen zu können. Ansonsten macht das keinen Sinn. Und da wäre nun ein klares Wort des Stadtrats gefordert.