Wegen hoher Temperaturen: Schüler in Bonn bekommen Hitzefrei

Wegen hoher Temperaturen : Schüler in Bonn bekommen Hitzefrei

Die meisten Schulen in Bonn geben diese Woche Hitzefrei. Dann entkommen die Kinder und Jugendlichen dem heißen Klassenzimmer und können sich im Schwimmbad oder an den Bonner Brunnen abkühlen.

Die Woche wird heiß. So heiß, dass viele Schulen in Bonn ihren Schülerinnen und Schülern jetzt beinahe täglich Hitzefrei geben wollen. Anders als in früheren Jahren entscheiden das die Schulleitungen nicht mehr ad hoc am selben Tag.

Sie müssen es frühzeitiger ankündigen, denn schließlich gibt es in fast allen Schulen inzwischen einen Mittagstisch – die Essen müssen also rechtzeitig abbestellt werden – und für die unteren Jahrgänge Betreuungsangebote. Und wer dann Hitzefrei hat, der sucht möglichst Abkühlung in den Schwimmbädern oder Bonner Brunnen.

Am Sankt-Adelheid-Gymnasium in Beuel haben die Eltern der Schülerinnen der Sekundarstufe I sogar schon vorige Woche ein Schreiben erhalten, in dem Direktor Egbert Bachner darauf hinweist, dass an diesem Mittwoch und Donnerstag an seiner Schule der Unterricht um 13.15 Uhr wegen der prognostizierten Hitzewelle enden wird.

„Ich möchte, dass die Eltern frühzeitig informiert sind und das Mittagessen der Kinder abbestellt werden kann.“ Er lege großen Wert darauf, dass verantwortungsvoll mit Lebensmitteln umgegangen werde. Der Freitagsunterricht diese Woche ende ohnehin früher, weil an dem Tag die Abiturientinnen verabschiedet würden.

Wetterprognosen sorgten für Entscheidung

Auch an der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule in Bad Godesberg wissen die Eltern bereits, dass ihr Nachwuchs diese Woche früher als gewohnt zu Hause sein wird – ausgenommen die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II, für die nach dem Erlass des Landes NRW generell kein Hitzefrei mehr vorgesehen ist.

Die Prognosen für das Wetter in dieser Woche habe sie zu der Entscheidung gebracht, den Nachmittagsunterricht der Jahrgänge 5 bis 10 die ganze Woche über ausfallen zu lassen, schreibt Schulleiterin Dorothee Seifert auf der Website der Gesamtschule. Auch sie verweist darauf, dass eine kurzfristige Entscheidung an einer Ganztagsschule organisatorisch schwierig sei.

Manfred Theis ist Leiter des Clara-Schumann-Gymnasiums an der Loestraße in der Südstadt und plant für Mittwoch und Donnerstag Hitzefrei in die Stundentafel mit ein. „Das können wir jetzt schon sagen, weil ja absehbar ist, dass das Thermometer diese Woche über die zulässigen Werte steigen wird.“

Nach dem Erlass des Schulministeriums gilt: Wenn die Temperatur im Klassenzimmer auf 27 Grad Celsius angestiegen ist, kann der Schulleiter Hitzefrei geben. Ein Problem ist für Theis, dass viele Klassenräume nicht abgedunkelt werden können, weil Jalousien fehlen. Über das Problem klagt man auch an anderen Schulen. Und weil in den meisten Schulen nachts nicht gelüftet werden kann, heizen sich die Gebäude so auf, dass schon morgens um 8 Uhr die Kinder und Lehrer in den Klassenräumen schwitzen.

Kinderbetreuung wird aufrechterhalten

Sabine Kreutzer befindet sich in der glücklichen Lage, in einem Neubau und sanierten Altbau unterrichten zu können. „Wir haben eine moderne Lüftung, die nachts arbeitet“, erklärt die Leiterin der Marie-Kahle-Gesamtschule an der Graurheindorfer Straße. Und solange es nachts einigermaßen abkühle, sei es am Morgen auch in den Klassenräumen nicht mehr ganz so warm.

Und was machen die offenen Ganztags-Grundschulen in Bonn an den heißen Tagen? „Wir geben grundsätzlich kein Hitzefrei, weil wir ja einen Betreuungsauftrag haben“, sagt Clauspeter Wollenweber, Leiter der Münsterschule in der Bonner Innenstadt.

„Wir machen das bei Hitze, was die Kinder auch zu Hause machen würden. Wir suchen uns schattige Plätze oder holen die Wasserrutschen und Wasserschläuche hervor, um uns abzukühlen.“ Badesachen hätten die Kinder dann auch dabei. „Und wir machen alles mit reduziertem Tempo“, sagt Wollenweber und lacht.

An der Ketteler-Grundschule in Dransdorf hat Leiterin Christine Lang-Winter dagegen entschieden, den Schülern Hitzefrei zu geben, deren Eltern damit einverstanden seien. Am Montag seien von 225 lediglich noch 53 Kinder in der Nachmittagsbetreuung geblieben. „Das Betreuungsangebot müssen wir natürlich bei jedem Wetter aufrechterhalten, da ja nie alle Eltern die Möglichkeit haben, nachmittags schon zu Hause sein zu können.“

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