Verkehrsbehinderungen erwartet: Schüler demonstrieren in Bonn für den Klimaschutz

Verkehrsbehinderungen erwartet : Schüler demonstrieren in Bonn für den Klimaschutz

Knapp 500 Schüler demonstrierten laut Polizei am Freitag in der Bonner Innenstadt auf dem Münsterplatz unter dem Motto "Fridays for Future" für den Umwelt- und Klimaschutz. Die Polizei spricht von einer ruhigen und friedlichen Veranstaltung.

Knapp 500 Schülerinnen und Schüler haben nach Polizeiangaben am Freitagvormittag in Bonn unter dem Motto „Fridays for Future“ für den Umwelt- und Klimaschutz demonstriert. Die Polizei sprach von einer ruhigen und friedlichen Veranstaltung.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, skandierten die Jugendlichen am Morgen in der Tat sehr lautstark auf dem Münsterplatz. Darunter auch viele Schüler aus der Region. Demonstriert wurde auch in vielen anderen Städten Deutschlands. NRW-weit hat die Polizei etwa 1400 Jugendliche gezählt, die unter anderem in Köln, Dortmund und Münster sich an den Demonstrationen beteiligten. Die an der Aktion beteiligte Umweltschutzorganisation Bund-Jugend sprach dagegen von landesweit insgesamt 3000 Teilnehmern.

Bereits im Vorfeld war klar: Die Teilnahme an der Demo galt – wie stets bei diesen Aktionen zur Unterrichtszeit – als unentschuldigtes Fehlen. Doch offensichtlich drückten Lehrer an vielen Schulen beide Augen zu: „Wir sind von unserem Lehrer sogar ausdrücklich aufgefordert worden, an der Demo teilzunehmen“, sagte Tom (16) von der Integrierten Gesamtschule Beuel. Ähnliches berichteten auch Teilnehmer aus Bad Godesberg, Hardtberg sowie aus Linz und Bad Honnef. Eine Schülerin des Sankt Adelheid-Gymnasiums in Beuel sagte dagegen, sie seien von der Schulleitung ausdrücklich auf die Schulpflicht hingewiesen worden.

Cara (14) vom Bad Godesberger Amos-Comenius-Gymnasium hätte sich nie abhalten lassen, an der Demo teilzunehmen, meinte sie: „Es geht um unsere Zukunft. Und um die unserer Kinder. Sie sollen auch eine schöne Natur erleben.“ Die gleichaltrige Gill (Konrad-Adenauer-Gymnasium) versucht, bei sich selbst anzufangen: „Ich fahre immer mit Bus und Bahn und esse kein Fleisch.“ Nach dem Auftakt zogen die Schüler zum Platz der Vereinten Nationen am WCCB, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Der Verkehr wurde laut Polizei kaum beeinträchtigt.

Seit Mitte Dezember finden in mehreren Ländern wöchentlich solche Schulstreiks statt. Am Freitag, 25. Januar, wenn die Kohlekommission der Bundesregierung mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Umweltverbänden tagt, wollen Schüler und Studenten in Berlin für den Kohleausstieg demonstrieren.

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