Büros der Sozialliberalen: Schadstoffalarm im Alten Rathaus in Bonn

Büros der Sozialliberalen : Schadstoffalarm im Alten Rathaus in Bonn

Nachdem Mitarbeiter der Fraktionsgeschäftsstelle der Sozialliberalen im Alten Rathaus über anhaltende Kopfschmerzen geklagt hatten, reagierten die Fraktionsmitglieder. Nach einer Raumluftmessung und einem Schadstofffund im Fußboden ließ die Stadt nun einen der beiden Räume sperren.

Die Türen wurden hermetisch abgedichtet. Der Zugang für die Schadstoffexperten in das Büro 0.10, das Besprechungszimmer der Fraktion, erfolgt seither über eine Schleuse. Denn in dem Raum, so bestätigte Vizestadtsprecher Marc Hoffmann dem GA am Dienstag auf Nachfrage, sei ein „wahrnehmbarer Geruch“ von polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen – kurz PAK – festgestellt worden.

Die Werte seien „grundsätzlich gesundheitlich unbedenklich“ gewesen, betonte Hoffmann. Dennoch lässt die Stadt Bonn derzeit den kompletten Fußbodenaufbau in dem Büro erneuern. Hintergrund: Bei den Untersuchungen wurde Hoffmann zufolge festgestellt, dass es durch einen Feuchtigkeitsschaden zu einer Reaktion des PAK-haltigen Anstrichs auf den alten Holzdielen unterhalb der Spanplatten gekommen war. Bei dem Ausbau des Bodens wurde laut Hoffmann zusätzlich noch eine weitere Bitumenschicht unter dem alten Betonboden gefunden, die PAK- und asbesthaltig sei.

Diese Funde seien allerdings nicht die Ursache des wahrnehmbaren Geruchs gewesen. Der Bodenaufbau im daneben liegenden Büro 0.11 der Fraktion sei zu 80 Prozent der gleiche wie in Raum 0.10, jedoch gebe es dort keinen Feuchtigkeitsschaden und somit auch keine Reaktion des PAK-haltigen Anstriches auf den Holzdielen. Bei einer Begehung am Dienstag durch ein Sachverständigenbüro sei in diesem Büro kein wahrnehmbarer Geruch wie vormals in 0.10 festgestellt worden.

Fraktion der Sozialliberalen sucht Zwischenunterkunft

„Eine Raumluftmessung wurde heute dennoch durchgeführt, ebenso in dem Flur vor den Büros und in einem weiteren benachbarten Büroraum. Die Ergebnisse liegen in etwa einer Woche vor“, sagte Hoffmann. Über das weitere Vorgehen werde entschieden, sobald die Ergebnisse vorlägen. Rein vorsorglich werde derzeit ein Interimsumzug für die Fraktionsmitarbeiter vorbereitet.

Fraktionsmitglied Sebastian Kelm berichtete dem GA, ein Mitarbeiter des Städtischen Gebäudemanagements habe ihm und seinen Kollegen sogar ausdrücklich empfohlen, sich auch nicht mehr im Raum 0.11 aufzuhalten. Weil das von der Stadt angebotene Ersatzbüro im zweiten Stock zu klein sei und es dort auch kein weiteres Besprechungszimmer gebe, suche seine Fraktion jetzt parallel auch auswärts eine Zwischenunterkunft, sagte er.

„Wir werden aus Protest über diese Unterbringung demnächst unsere Fraktionssitzung draußen vor dem Rathaus abhalten“, kündigte Kelm an. Und: „Wir haben außerdem alle Fraktionen über das Schadstoffproblem in unserem Büro informiert. Es ist schließlich nicht von der Hand zu weisen, dass nicht auch andere Räume im Rathaus PAK-belastet sein könnten.“

Vor acht Jahren war das Alte Rathaus für rund 5,5 Millionen Euro umfangreich saniert worden.

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