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Kommentar zur Sanierung der Oper: Sanierung mit Risiko

Kommentar zur Sanierung der Oper : Sanierung mit Risiko

Das Städtische Gebäudemanagement muss sich auf die kommende Opernsanierung besser vorbereiten als auf die Sanierung der Beethovenhalle, kommentiert GA-Redakteur Andreas Baumann.

Die Würfel sind offenbar gefallen. Wenn man Kulturdezernentin Birgit Schneider-Bönninger glauben darf, neigt sich die Hängepartie um die Zukunft des Opernhauses dem Ende zu. Lange hat Oberbürgermeister Ashok Sridharan die Möglichkeit offen gehalten, das Gebäude abzureißen und durch einen Neubau an derselben Stelle zu ersetzen. Das hätte den Charme gehabt, die Oper für ein modernes Nutzungskonzept baulich zu optimieren und stärker für junge Zielgruppen zu öffnen. Auch die Kosten wären besser kalkulierbar – wenn auch nicht unbedingt niedriger – gewesen.

Nun geht es wohl in Richtung Sanierung, wobei der Stadtrat das letzte Wort haben wird. Ob allerdings tatsächlich 130 Millionen Euro reichen, um auch noch die Kammerspiele und die Theaterwerkstätten in Beuel in Schuss zu bringen sowie die notwendige Interimsspielstätte aus Holz zu bauen, darf getrost bezweifelt werden. Ein Gutachten von 2017 veranschlagte allein für die Oper rund 82 Millionen Euro – und darin war noch nicht einmal eine Betonsanierung der Bausubstanz enthalten. Klar ist dagegen, dass die Sanierung eines so komplexen Altbaus unabsehbare Risiken birgt. Die scheiternde Instandsetzung und Erweiterung der Beethovenhalle zeigt in bedrückender Weise, wie teuer das für die Steuerzahler werden kann: 166 statt beschlossener 61 Millionen Euro – so etwas darf sich nie mehr wiederholen. Hoffentlich bereitet sich das Städtische Gebäudemanagement auf die kommende Opernsanierung besser vor.