Kirche in der Nordstadt: Sanierung der Marienkirche kostet eine Million Euro

Kirche in der Nordstadt : Sanierung der Marienkirche kostet eine Million Euro

Nicht nur das Bonner Münster in der Innenstadt ist eine Baustelle, auch in der Marienkirche in der Nordstadt starten Sanierungsarbeiten. Die Maßnahme kostet rund eine Million Euro.

Seit Anfang September hüllen Gerüstbauer die Kirche an der Adolfstraße ein und sind damit schon bis zur Hälfte voran gekommen. Weil das Baumaterial auf dem Vorplatz liegt, muss das anstehende Gemeindefest an diesem Sonntag, 15. September, ab 12.30 Uhr umziehen.

„Wir feiern auf dem benachbarten Vorplatz des Frankenbades“, kündigt der Baubeauftragte im Kirchenvorstand, Christoph Risse, bei einer Ortsbesichtigung mit dem GA an und ergänzt:„Die Stadt Bonn hat uns den Platz dankenswerterweise und unbürokratisch zur Verfügung gestellt.“ Alle beteiligten Ämter seien dabei sehr kooperativ gewesen.

Mit dem Anblick der eingerüsteten Kirche werden sich die Bonner noch eine ganze Weile anfreunden müssen. „Sankt Marien wird bis zur Spitze eingerüstet, und dann wird auch das Kreuz in 77 Meter Höhe abgenommen“, erklärt Risse. Die eigentlichen Sanierungsarbeiten sind dann auf sechs bis neun Monate veranschlagt. Was genau passiert, will die Gemeinde in einem Ortstermin erklären, wenn die Restaurierungsexperten ihre Arbeit aufgenommen haben. Der Start der Sanierung sei etwas später als geplant erfolgt, weil das Erzbistum erst grünes Licht geben und die Finanzierung absegnen musste.

Notwendig geworden waren die Sanierungsarbeiten, die geschätzt rund eine Million Euro kosten, weil sich im März Steine des Turms gelöst hatten und auf den Kirchplatz gestürzt waren. Einer davon, so Risse, sei einer Besucherin nach dem Gottesdienst auf den Fuß gefallen, was zu einer längerwierigen Verletzung der Frau geführt habe. Seitdem ist der Kirchenvorplatz gesperrt.

Saniert werden nach Fertigstellung des Gerüsts nicht nur die Steine der Rosettenfenster, aus der die Steinbrocken nach unten fielen, sondern auch die acht hölzernen Schallläden vor den Glocken sowie weitere korrosionsbedingte Schäden im Inneren, die man als Laie aber erst sehen kann, wenn Baufachleute die Situation veranschaulichen. In einigen Jahren soll dann noch eine komplette Dachstuhlsanierung folgen.

Gemeinde hofft auf neue Mitglieder

Für die Gemeinde ist der Umzug vor das Frankenbad kein großes Malheur, im Gegenteil: Vielleicht kann man dadurch andere Bewohner der Nordstadt ansprechen. Risse berichtet von positiver Stimmung: „Es freut uns, dadurch stärker ins Viertel zu kommen.“ Höher ins Viertel ist der Baubeauftragte bereits selbst gekommen. Zur Dokumentation von Schäden durfte Risse mit einem Kran mit bis zur Turmspitze fahren. „Es hat da oben etwas gewackelt, aber man hat einen unglaublichen Ausblick über Bonn“, berichtet er.

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