Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium: Sanierung der Ema-Aula verzögert sich erneut

Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium : Sanierung der Ema-Aula verzögert sich erneut

Die Schulpflegschaft beklagt in einem offenen Brief an die Stadt den Baustillstand der Ema-Aula. Der Bürgerbund bringt einen Neubau ins Gespräch.

Seit Jahren hatte die Schulgemeinschaft des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums (Ema) auf die Sanierung gewartet. Im Sommer 2016 gingen die auf 1,32 Millionen Euro kalkulierten Sanierungsarbeiten endlich an den Start, die Aula wurde eingerüstet. Seither klagen Lehrer, Eltern und Schüler darüber, dass sich auf der Baustelle so gut wie nichts tut.

Ema-Schulpflegschaftsvorsitzende Lucie Hamelbeck hat deshalb in einem offenen Brief an alle Fraktionen im Stadtrat und der Bezirksvertretung Bonn um Hilfe gebeten. Schließlich müssten die Musik- und Theaterensembles sowie die Chöre des Ema, das ja gerade unter anderem mit seinem musischen Schwerpunkt werbe, die Proben seither in Provisorien abhalten. Etwa in den Kellerräumen des Gymnasiums, "die eigentlich viel zu klein und zu eng sind, worunter natürlich der Klang leidet", sagt Hamelbeck. Auch habe die Schule Räume anmieten müssen, die natürlich Geld kosten. "Wir sehen es ein, wenn man für eine Weile mit Ausweichquartieren leben muss. Aber hier handelt es sich doch schon um einen sehr langen Zeitraum."

Hamelbeck beklagt in dem offenen Brief unter anderem: "Wir haben bis heute - trotz mehrfacher schriftlicher Nachfragen beim Städtischen Gebäudemanagement keine Antwort erhalten, wie weiter verfahren wird." Dabei sei im Januar 2017 in einer Sitzung mit dem SGB, dem Schulamt, der Schulleitung und der Elternvertretung zugesagt, dass die Sanierung bis zum Ende des Jahres 2017 abgeschlossen sein würde.

Zeitintensiven Sanierungskonzept nötig

Auch sei versprochen worden, dass die Schule einen Projektablaufplan erhalten und dass die Schule und die Elternschaft über weitere Verzögerungen und Schwierigkeiten direkt informiert werden sollten. "Nichts davon ist geschehen. Wir haben keinerlei Informationen über den Sachstand, über die Überlegungen der Stadt, wie die Baumängel zu beheben sind, über die Wiedernutzbarkeit der Gebäude", so die Schulpflegschaftsvorsitzende weiter. Die Aula sei aber für die Schule von elementarer Bedeutung.

Nachdem sich nun einige Fraktionen diesbezüglich an das SGB gewandt hatten, erhielt Hamelbeck vor wenigen Tagen eine Antwort aus dem Stadthaus. Darin heißt es unter anderem, die "umfangreichen bautechnischen Untersuchungen der Stahlbetondecken, Wände und Stützen sind abgeschlossen. Die hierbei offensichtlich gewordene fehlerhafte Ausführung beim Bau der Aula machen die Erarbeitung eines aufwändigen und zeitintensiven Sanierungskonzeptes notwendig. Sobald dieses abgestimmt worden ist, werden die erforderlichen Arbeiten ausgeschrieben und sodann sukzessive ausgeführt." Zudem würden die Sanierungsarbeiten an der Fassade in Kürze aufgenommen. "Das hat man uns doch alles bei der letzten Besprechung schon gesagt", sagt Hamelbeck, "das ist doch nichts Neues."

Für Ratsherr Johannes Schott vom Bürger Bund Bonn (BBB) stellt sich angesichts der doch größeren Baumängel nun die Frage, "ob eine Sanierung der Aula überhaupt möglich und sinnvoll ist". Sollte eine bauliche Ertüchtigung umsetzbar sein, frage er sich allerdings, warum die jetzt dafür avisierte Erarbeitung eines aufwendigen und zeitintensiven Sanierungskonzeptes nicht schon längst erfolgt sei. "Vor allem im Sinne der Schüler und Lehrer des Ema-Gymnasiums hoffen wir, dass Oberbürgermeister Ashok Sridharan nun endlich alle Fakten zum wahren Zustand der Aula auf den Tisch legt. Es muss schnellstens geklärt werden, ob die Aula saniert werden kann oder ein Neubau wirtschaftlicher ist."

Auf Nachfrage des General-Anzeigers teilte das SGB mit, dass aufgrund der vorgefundenen, nicht vorhersehbaren Bauschäden und den hieraus resultierenden erheblichen zusätzlichen Sanierungsmaßnahmen eine Fertigstellung der Aula für Anfang Mai 2018 prognostiziert werde. Die Kosten für das Gerüst an der Aula beliefen sich mittlerweile auf 37 000 Euro. Zur Frage, warum die Schulpflegschaft nicht - wie zugesagt - umgehend über die Gründe der Verzögerung informiert worden sei, antwortete das SGB: "Die Schulleitung wurde jeweils informiert." Hamelbeck dazu: "Das würde mich sehr überraschen. Wir sind in so einem engen Kontakt mit der Schulleitung, das kann nicht sein."

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