Bußgeldverfahren: Salafistenfest war nicht genehmigt

Bußgeldverfahren : Salafistenfest war nicht genehmigt

Das Fest am Pfingstsonntag im Grünzug Nord hinter dem Waldenburger Ring in Tannenbusch war mutmaßlich alles andere als ein normales "Grillfest muslimischer Mitbrüder", wie es die Polizei am Pfingstmontag auf Anfrage darstellte.

Nicht nur, dass Leser auf ein Flugblatt gestoßen waren, in dem die Freilassung "muslimischer politischer Gefangener" gefordert wurde, bei denen es sich vielfach um rechtskräftig verurteilte Straftäter handelt. Auf der Facebook-Seite des bekannten Islamisten und ehemaligen Linksterroristen Bernhard F. berichtet dieser auch davon, dass bekannte Salafistenprediger das "Grillfest" besuchten.

So waren unter anderem Pierre Vogel und sein Mitstreiter Sven Lau dort. Auch Vertreter der radikalen Salafistengruppe "Die wahre Religion" hielten Ansprachen. Sie sind vor allem durch ihre Koranverteilaktion "Lies" bekannt.

Eine Genehmigung für das Fest hatten die Veranstalter nicht. Das teilte Marc Hoffmann vom städtischen Presseamt dem GA am Dienstag auf Nachfrage mit. Die Stadt werde jetzt ein Bußgeldverfahren gegen den Veranstalter einleiten. "Am Pfingstsonntag konnten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes nicht klären, ob eine Genehmigung vorlag oder nicht. Sie haben den Veranstalter aber feststellen können, so dass wir das Bußgeldverfahren jetzt gegen die Person einleiten werden", erklärte Hoffmann. Wie hoch das Bußgeld sein werde, könne die Verwaltung noch nicht sagen.

Bei dem Fest, das über den ganten Tag bis zum späten Abend dauerte und an dem nach Angaben der Polizei an die 100 Muslime teilgenommen hatten, war es zu zahlreichen Beschwerden der Anwohner gekommen (der GA berichtete am Dienstag). Sie hatten über starke Lärmbelästigung geklagt und die Polizei sowie das Ordnungsamt alarmiert. Einige Anwohner erstatteten Anzeige.

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