Betrüger in Bonn: Rund 50 Anrufe falscher Polizisten an einem Tag

Betrüger in Bonn : Rund 50 Anrufe falscher Polizisten an einem Tag

Etwa 50 Anrufe falscher Polizisten hat die Bonner Polizei allein am Dienstag registriert. Die Betrüger gehen bei ihren Versuchen systematisch vor.

Mit einer ungewöhnlich hohen Zahl von betrügerischen Telefonanrufen hat es die Polizei Bonn am Dienstag zu tun gehabt. „In fast allen der rund 50 Fälle hat es sich um falsche Polzisten gehandelt“, sagte Polizeisprecher Simon Rott auf GA-Anfrage. In einem Facebook-Post hatte die Polizei nach Bekanntwerden der ersten Anrufe vor der Betrugsmasche gewarnt. Mehr als die Hälfte hätten sich auf Bad Godesberg und Wachtberg konzentriert, aber auch in Bonn und Beuel versuchten die Betrüger laut Rott ihr Glück.

Das Ziel: Über erfundene Anliegen möglichst an Schmuck und Wertsachen heranzukommen. Meist wird das Gerücht gestreut, in der Nachbarschaft sei es zu Einbrüchen gekommen. Um nicht selbst ihr Hab und Gut zu verlieren, sollten die Hausbewohner doch ihre transportablen Wertsachen vorsorglich einem vorbeikommenden – angeblichen – Polizeibeamten übergeben.

Alle potenziellen Opfer hätten jedoch das Ansinnen erkannt, aufgelegt und die Polizei informiert - auch in zwei versuchten Enkeltrick-Anrufen, bei den die Betrüger sich als Verwandte ausgeben, in Auerberg und Bad Honnef-Selhof. Zuletzt waren vor allem Meckenheim, Swisttal, Unkel, Erpel, Rheinbreitbach, Kasbach-Ohlenberg, Linz und Rheinbrohl betroffen gewesen.

Mehr als 900 Anrufe falscher Polizeibeamter haben die Bonner Ermittler allein in den ersten zehn Wochen dieses Jahres im Einzugsgebiet des Bonner Polizeipräsidiums registriert. "Und die Dunkelziffer ist gewiss höher, da uns womöglich nicht alle Anrufe gemeldet werden", hatte Polizeisprecher Frank Piontek Anfang März geäußert. Auffällig war zu diesem Zeitpunkt ein Detail: "Wir können anhand der eingehenden Anzeigen sehen, dass die Betrüger ganze Straßenzüge ins Visier nehmen und nach und nach die gesamte Straße anrufen", berichtete Piontek. Dies geschehe, damit rasch falsche Beamte zur Übergabe der Wertgegenstände in der Nähe sein können.

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