Verwirrendes Auf und Ab: Rolltreppen an SWB-Haltestellen wechseln Fahrtrichtung

Verwirrendes Auf und Ab : Rolltreppen an SWB-Haltestellen wechseln Fahrtrichtung

Mal geht es aufwärts, mal geht es abwärts: Fünf Rolltreppen an den Haltestellen der Stadtwerke Bonn (SWB) wechseln je nach Passantenstrom die Fahrtrichtung und transportieren die Fahrgäste entweder ins Freie oder hinab in U-Bahnhof-Haltestellen.

Im sogenannten Wechselbetrieb laufen derzeit die elektrischen Treppen an dem Ausgang der B-Ebene des Hauptbahnhofs an der Thomas-Mann-Straße sowie an den Haltestellen Juridicum, Heussallee/Museumsmeile auf der Ebene am Haus der Geschichte und an der Haltestelle Rheinaue.

„Alle neueren SWB-Fahranlagen bieten grundsätzlich die Möglichkeit, im Wechselbetrieb betrieben zu werden“, erklärt Veronika John von den Stadtwerken. Seit 2009 haben die Stadtwerke 38 Anlagen modernisiert. „Allerdings werden nur Haltestellen für den Wechselbetrieb ausgewählt, an denen Fahrgästen nur einzelne Rolltreppen pro Auf- und Abgang zur Verfügung stehen“, sagt John weiter.

Bevor man den Rolltreppenbereich betritt, leuchtet an der Seite ein Symbol auf: Ein Dreieck mit zwei Pfeilen gibt an, dass die Rolltreppe im Wechselbetrieb funktioniert und genutzt werden kann. Hat allerdings aus der entgegengesetzten Fahrtrichtung ein anderer Fahrgast die Treppe bereits betreten und die Lichtschranke passiert, erscheint am anderen Ende ein Warte-Symbol. Der Fahrgast muss dann entsprechend warten, bis die Beförderungsanlage wieder die Richtung wechseln kann.

Der Prozess wird unterbrochen, sobald Personen nachrücken. „Dies führt permanent zu Konflikten. Insbesondere wenn eine volle U-Bahn ankommt und zahlreiche Menschen aufwärts fahren wollen, aber nach und nach einzelne Personen eintrudeln die die Rolltreppe abwärts benutzen, so dass die Rolltreppe die Richtung nicht ändert. Sinnvoll wäre es natürlich, wenn es sowohl eine Rolltreppe aufwärts, als auch eine Rolltreppe abwärts gäbe“, berichtet Hans-Joachim König von seinen Erfahrungen an der Haltestelle „Juridicum“. „Auch wir haben festgestellt, dass es bei hohem Fahrgastaufkommen, insbesondere aus beiden Richtungen, zu Irritationen beziehungsweise Wartezeiten an der Fahrtreppe kommen kann“, sagt John.

Die Stadtwerke beobachten die Erfahrungen der Bonner mit der neuen Funktion. „Natürlich ist es jederzeit möglich, den Wechselbetrieb abzuschalten und die Fahrtreppe ausschließlich in eine Richtung laufen zu lassen. Dies wird gegebenenfalls geschehen, wenn wir den Eindruck gewinnen, dass sich diese Fahrtreppen mit Wechselbetrieb langfristig nicht bewähren“, so John.

Ob auch andere Haltestellen umgeschaltet werden sollen, will die SWB jeweils im Einzelfall prüfen. Für die SWB bietet die neue Technik auch Vorteile bei Wartungsarbeiten. Die Treppe, an der nicht gearbeitet wird, wird dann in den Wechselbetrieb versetzt und hält die Beförderung in beide Richtungen aufrecht.

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