Moschee am Hochstadenring: Rohbau des Gebetshaus ist fast fertig

Moschee am Hochstadenring : Rohbau des Gebetshaus ist fast fertig

Das künftige Lernzentrum, das auch Gebets- und Konferenzraum beherbergen soll, wird wahrscheinlich Ende 2014 fertig sein - ein Jahr später als geplant.

Eigentlich sollte in diesem Jahr die Moschee am Hochstadenring des Vereins "Ditib - Türkisch Islamische Gemeinde zu Bonn" fertig sein. Mittlerweile ist der Vorstand mit Prognosen allerdings vorsichtig. "Wir hoffen, dass wir Ende 2014 so weit sind", formuliert Mehmet Akser, Vorstandsmitglied der Gemeinde, das vorläufige Ziel.

Derzeit steht das Erdgeschoss, was später neben 25 Parkplätzen auch eine Buchhandlung, Toiletten und Waschräume beherbergen wird. Die zwei Geschosse darüber sowie Minarett und Kuppel existieren vorerst nur auf den Architekten-Plänen. Im ersten Stock wird der Gebetsraum der Männer sowie ein Konferenzraum für Seminare und Vorträge nebst Küche entstehen.

Ein Bildungszentrum mit vier Klassenzimmern, Räume für einen Frauentreff und ein Balkon als Gebetsraum für die Frauen werden sich im zweiten Obergeschoss befinden. Hinzu kommt ein Aufzug für Barrierefreiheit. Der Rohbau soll im Juni fertig sein, noch vor dem Winter sollen Dach und Fenster folgen.

Vor allem das Fundament sorgte dafür, dass sich der Bau verzögerte. "Der Boden war nicht überall gleich belastbar", sagt Ziya Doganay. Bauleiter und Vorstandsmitglied. Damit die Statik stimmt, musste die Fläche unterschiedlich verstärkt werden. Außerdem baut der Verein auch nach ästhetischen Ansprüchen. "Wir wollen am Ende eine schöne Moschee haben", betont Akser. Deswegen plant der Verein auch viel Zeit für die Inneneinrichtung und -gestaltung ein. Andere Moscheeprojekte hätten gezeigt, dass die Ornamente an der Kuppel aufwendig sind.

"Das müssen Spezialisten machen", ist sich der Vorstand unisono sicher. Überhaupt werde alles eng mit den Vereinsmitgliedern abgestimmt. Auch über die Farbe der Außenfassade werde im Plenum entschieden. Über die Vor- und Nachteile diverser Baumittel und -weisen weiß Doganay bestens Bescheid. Zwar ist er heute Rentner, hat aber in der Vergangenheit viel auf Baustellen gearbeitet und Bauprojekte begleitet. "Wir sind sehr froh, einen solchen Experten bei uns zu haben", sagt Akser. Doganay bemerke rechtzeitig, wenn etwas nicht richtig laufen würde.

Finanziert wird das 1,6-Millionen-Euro-Projekt durch Spenden und Beiträge der rund 250 Mitglieder. Alles würde aus der eigenen Tasche bezahlt, versichert Akser. Weder aus der Türkei noch von der Stadt Bonn käme Unterstützung in Form von Geldern. Aber das sei auch nicht nötig. Bald werde es eine Veranstaltung geben, bei der der Vorstand die Vereinsmitglieder befrage, was einzelne Personen konkret auf ihre Rechnung übernehmen möchten. "Zum Beispiel fragen wir dann, wer die Wasserhähne bezahlen möchte", erklärt Akser das Prinzip.

Ein Kredit bei einer Bank, um die Moschee schneller fertig zu stellen, käme jedoch für die Glaubensgemeinschaft nicht in Frage. Zinsen ließen sich nicht mit der Religion vereinbaren.