Kommentar zu Laubbläsern in Bonn: Röhrende Motoren

Kommentar zu Laubbläsern in Bonn : Röhrende Motoren

Die Stadt will künftig für die Grünpflege batteriebetriebene Laubbläser und Heckenscheren einsetzen. Die Geräte sind leiser, aber weniger leistungsfähig.

Man versetze sich in die folgende hochsommerliche Situation: Keine einzige Wolke steht am strahlend blauen Himmel, die Eiskugeln schmelzen beinahe schon in der knusprigen Waffel, grüne Wiesen im wunderschönen Bonn laden zum gemütlichen Sonnenbaden ein. Doch dann ertönt ein Geräusch, das so ganz und gar nicht zur Entspannung beitragen will: der röhrende Motor einer Kettensäge. So praktisch und hilfreich diese Gartengeräte doch sein mögen, so nervend ist ihre Geräuschkulisse. Umso erfreulicher, dass die Stadt jene benzinbetriebenen Werkzeuge allmählich durch leisere Akkugeräte ersetzen will.

Die Vorteile des Elektroantriebs liegen auf der Hand: Weniger verbranntes Benzin verpestet die Umwelt, weniger Dröhnen die Ohren von Arbeitern und Spaziergängern. Noch mag die Effizienz der Akkugeräte nicht an die Leistung von Verbrennungsmotoren heranreichen, doch angesichts der schnellen Weiterentwicklung auf dem Markt dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Geräte mit batteriebetriebenem Elektroantrieb das Defizit an Leistungsstärke aufgeholt haben werden. Ungewohnt still könnte es dann schon bald im Stadtgebiet werden.

Würde es da nicht zahlreiche andere Baustellen, ausgelassen spielende Kinder, laute Unterhaltungen, lärmende Autos und klingelnde Fahrräder geben. Ein Schelm, der dabei Böses denkt. Eine Welt ohne Töne und Geräusche gibt es nicht. Doch wenn es eines gibt, auf das die musikalische Kulisse des urbanen Dschungels gut und gerne verzichten kann, dann sind das jene kreischenden Hilfsmittel, die zur Verschönerung von Hecken und Bäumen beitragen – und dabei buchstäblich durch Mark und Bein gehen. Möge das ruhigere Zeitalter der Gartengeräte lieber früh als spät beginnen.

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