Rheinaue in Bonn: Deshalb ist die Rheinaue besser als der Central Park

40 Jahre Rheinauenpark : Deshalb ist die Bonner Rheinaue besser als der Central Park

Auch 40 Jahre nach ihrer Eröffnung ist die Bonner Rheinaue noch immer eine herausragende Gartenanlage. Als grünes Zentrum der Stadt kann sich die Parkanlage auch mit Weltmetropolen messen.

Auch 40 Jahre nach seiner Eröffnung zur Bundesgartenschau gehört der Rheinauenpark zu den bundesweit herausragenden Gartenanlagen der 1970er Jahre. Vor zwei Jahren wurde die rund 160 Hektar umfassende Parkanlage beidseits des Rheins zu einem Baudenkmal von besonderem historischem Zeugniswert erklärt. Die Architektin und städtebauliche Denkmalpflegerin Elke Janßen-Schnabel sowie die Kunsthistorikerin Kerstin Walter schrieben als wissenschaftliche Referentinnen vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) das Gutachten dazu. Auf Einladung von Volkshochschule und Deutscher Stiftung Denkmalschutz gaben die beiden Fachfrauen vor etwa 50 Zuhörern einen Einblick in ihre Arbeit.

„Es galt, den Park möglichst nahtlos mit dem bestehenden Stadtgefüge und den Rheinpromenaden von Bonn, Bad Godesberg und Beuel zu verbinden“, heißt es vom nach einem bundesweiten Wettbewerb mit der Gestaltung beauftragte Münchner Büro des Landschaftsgestalters Gottfried Hansjakob. Diese Planungsaufgabe, die 2014 in einer Werkmonographie zur Rheinaue veröffentlicht wurde, war auch für die Erstellung des Gutachtens zu einer wichtigen Grundlage, wie Walter in ihrem Vortrag betonte.

Nach den Vorstellungen von Hansjakob sollte der Rheinauenpark als Mitte der Stadt wahrgenommen werden. Nach der 1969 erfolgten kommunalen Neuordnung und dem Zusammenwachsen von Bonn, Bad Godesberg und Beuel erwies sich die ehemalige landwirtschaftliche Fläche am Rhein tatsächlich als eine Mitte in den neuen Stadtgrenzen.

Gottfried Hansjakob, der mit seinem Bruder Anton die „Geschichte eines Parks“ veröffentlicht hatte, beschreibt darin die Vorarbeit, in der man vergleichbare städtebauliche Planungen mit großen Parkanlagen in anderen Hauptstädten studierte. Doch die Situation in Bonn sei mit keiner anderen Stadt vergleichbar gewesen. Die landschaftlichen Gegebenheiten mit einem Park am Rhein im Zentrum der neuen Stadt seien unvergleichlich besser gewesen als etwa die Situationen in den Metropolen Berlin und  München oder der amerikanischen Weltstadt New York.

Seit 1951 gibt es alle zwei Jahre eine Bundesgartenschau (Buga) in Deutschland. Anfangs galten sie vor allem dem Aufbau von kriegsgeschädigten Parkanlagen. Erst in den 1970er Jahren erfuhren die Schauen mit dem Anspruch der Steigerung von Lebensqualität eine neue Ausrichtung. So entstanden auch in Köln in dem schon 1920 angelegten Rheinpark 1951 die erste und zwanzig Jahre später eine zweite Buga.

2027 kommt die Buga in die Metropole Ruhr

Erst vor Kurzem endete Anfang Oktober die Buga in Heilbronn. „Wir können uns schon auf 2027 freuen“, so Walter, denn da werde die Internationale Gartenausstellung in der Metropole Ruhr ausgerichtet. Es darf auch diesem grünen Event zu wünschen sein, dass es ebenfalls eine derart vortreffliche Bewertung erhält, wie es Walter und Janßen-Schnabel in ihrer Begründung des Denkmalwertes für die Bonner Rheinaue formulierten: „Der Rheinauenpark ist bedeutend für die Geschichte des Menschen sowie für die Geschichte der Städte und Siedlungen, insbesondere für die Geschichte der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn, für die Geschichte der Gartenarchitektur, der Gartenkunst, der Stadtbaugeschichte von Bonn und für die Geschichte der Kulturlandschaft am Rhein.“

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