Rheinaue Bonn: Brand zerstört Freizeittreff "Quasi" komplett - Kein Ferienprogramm

Feuer zerstört Freizeittreff in Bonner Rheinaue : Mitarbeiter nennen Brand eine Katastrophe

Ein Feuer hat den Freizeittreff Quasi in der Rheinaue zerstört. Die Stadt Bonn spricht von einem herbenVerlust für die Kinder. Derweil ermittelt die Polizei, wie es zu dem Brand kam.

Als gegen 2.30 Uhr die Notrufe bei der Feuerwehr eingingen, war der Freizeittreff Quasi in der Rheinaue schon nicht mehr zu retten. Meterhohe Flammen schlugen aus dem hölzernen Pavillon, der ursprünglich zur Bundesgartenschau 1979 erbaut worden war. Zumindest verhinderte der Einsatz der 70 Feuerwehrleute, dass der Brand auf das angrenzende Parkrestaurant übergreifen konnte.

"Wir hatten einen immensen Funkenflug, den wir mit einem Wassernebel aber von anderen Gebäuden fernhalten konnten", sagte Feuerwehrsprecher Jörg Schneider. Obwohl die Retter von fünf Seiten löschten, war das Feuer erst nach anderthalb Stunden in ihrer Gewalt. Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten dauerten bis in den Vormittag an. Danach begannen Brandermittler der Polizei damit, herauszufinden, warum das Feuer ausgebrochen war. "Die Brandursache ist unklar, wir warten die Ergebnisse der Polizei ab", hieß es am Abend aus dem Presseamt der Stadt Bonn, die den Jugendtreff betreibt. Dirk Dötsch, seit 2000 Wirt des angrenzenden Parkrestaurants, sagte, dass Vandalismus zwar vor allem in den Sommermonaten immer mal ein Thema sei. "Die Situation hat sich durch die Rheinauenstreife zuletzt aber deutlich verbessert."

Mitarbeiter des Jugendamtes, die sich vor Ort ein Bild machten, waren tief betroffen. "Das ist eine Katastrophe. Der Freizeittreff ist hier eine Institution", sagte ein Mitarbeiter. Auch Amtsleiter Udo Stein bedauerte den Verlust der beliebten Einrichtung: "Jeder Freizeittreff ist für die Kinder, die ihn regelmäßig besuchen, ein wichtiger Teil ihrer Freizeitgestaltung. Der Verlust des Quasi ist deshalb auch ein Verlust für die Kinder der Stadt."

In der Bonner Rheinaue ist der Freizeittreff Quasi vollständig niedergebrannt. Foto: Axel Vogel

Das Gebäude sei von Beginn an eines mit "Wiedererkennungseffekt" gewesen. "Der Freizeittreff Quasi hatte immer eine besondere Position unter den Kinder- und Jugendfreizeitstätten, weil er nicht inmitten eines Wohnquartiers lag", sagte Stein. Die Besucher seien nicht nur aus dem ganzen Stadtgebiet, sondern auch aus dem Rhein-Sieg-Kreis gekommen. Neben Kindern und Jugendlichen, die dort ihre Freizeit verbrachten, nutzten auch Gruppen aus Erziehungshilfeeinrichtungen, Kindertagesstätten und Schulen die Angebote. Das Programm umfasste unter anderem Workshops im Bereich des kreativen Arbeitens, zum Beispiel Töpfern, Nähen, Werken, Kochen, Musizieren, Fotografieren oder das Arbeiten mit Speckstein. Auch für Sport war das Quasi in den 39 Jahren seines Bestehens gut ausgestattet.

Kicker und Billardtische und eine dachhohe Kletterwand im Innern - bei einer Grundfläche von gerade einmal 20 mal 20 Metern. Draußen gab es eine große Spielanlage, einen Abenteuerspiel- und Bolzplatz sowie ein eigenes Beachvolleyballfeld. Davon profitierte auch Dötsch: Das Quasi war ein Besuchermagnet. Die Nachbarschaft mit der Jugendeinrichtung sei immer sehr harmonisch gewesen. Gerade zuletzt, nachdem der Spielplatz in der Rheinaue erneuert worden war, sei es immer ein schönes Miteinander gewesen.

Der Freizeittreff "Quasi" in der Bonner Rheinaue (Archivfoto). Foto: Ronald Friese

Wie es nun mit der Ruine weitergeht, weiß die Stadt noch nicht. Dafür seien unter anderem die Brandursache und auch die noch zu ermittelnde Schadenshöhe wichtig. Fest steht jedoch, dass das für die Herbstferien geplante Programm ausfallen müsse. "Ein Ausweichquartier für das ausgebrannte Gebäude gibt es nicht."

Die Polizei bittet Zeugen, die in der Nacht Beobachtungen mit einem möglichen Bezug zu dem Brand gemacht haben, sich unter 02 28/1 50 zu melden

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