Rheinaue: "Rhein in Flammen" nicht mehr eingezäunt

Rheinaue : "Rhein in Flammen" nicht mehr eingezäunt

Der Besucherschwund in den letzten Jahren sorgt für das Aus der Taschenkontrollen. Als Veranstalter hofft Jürgen Harder nun auf eine bessere Atmosphäre.

Die Bonner Feuerwerk-Fans haben mit den Füßen abgestimmt. Der umstrittene Zaun, der in den Jahren 2010 und 2011 zu "Rhein in Flammen" in der Bonner Rhein aufgebaut wurde, hat vielen Besuchern nicht gefallen. Und deshalb sind sie nicht oder erst später gekommen oder eben auf die Beueler Rheinseite gewechselt, um das Spektakel zu erleben.

Und das wirkte. Mächtig sogar. Als Veranstalter Jürgen Harder gestern mitteilte, der Sicherheitszaun habe sich erledigt, weil ihn die Menschen nicht angenommen haben, war das im Grunde nur noch die offizielle Vollzugsmeldung, an der kein Weg mehr vorbei führte.

Denn schon vor einem Jahr hatte Harder - erst ein glühender Verfechter des Zauns - beim Kassensturz nach der Veranstaltung große Augen gemacht. Es waren 2011 zwar mehr Besucher gekommen als im ersten "Zaun-Jahr" (rund 80.000 statt 60.000), aber der Umsatz war trotzdem bescheiden.

Gestern dann ließ Harder die Nachricht zuerst seine Facebook-Freunde wissen: "Das Gelände ist 2012 nicht eingezäunt." Das hat Auswirkungen: Mit dem Wegfall der damit verbundenen Taschenkontrollen können nun wieder Heerscharen von Besuchern ihre Getränke- und Speisenvorräte mit in den Park nehmen - bei wie immer freiem Eintritt.

Dass durch den Verzicht auf Zaun und Einlasskontrollen mehr Umsatz in der Kasse sein wird, glaubt Harder trotzdem nicht. "Ich rechne nicht damit, dass die Besucher mehr verzehren. Aber es wird eine andere Atmosphäre sein." Der Zaun habe einen hohen fünfstelligen Betrag gekostet, hinzu kamen die Kosten für das Personal an den Eingängen.

Mit der Stadt Bonn und der Tourismus & Congress GmbH sei es abgesprochen, diesmal darauf zu verzichten, um wieder an alten Rekordmarken kratzen zu können (früher kamen bis zu 200.000 Menschen zu "Rhein in Flammen" in die Rheinaue).

Der Zaun war seinerzeit in guter Absicht installiert worden. Die Veranstalter wollten etwas tun gegen Müllberge, Scherben, Vandalismus und Schnapsleichen. Und dabei auch noch eine bessere Wirtschaftlichkeit sichern.