Remigiusplatz: Neuer Kiosk in Bonn löst Diskussionen aus

Geteilte Meinung über Container in Bonn : So reagieren Bonner auf den neuen Kiosk am Remigiusplatz

Der neue Kiosk am Remigiusplatz in Bonn sorgt schon vor seiner Eröffnung für Diskussionen. Die Meinungen zum Container auf dem stark frequentierten Platz in der Innenstadt gehen dabei weit auseinander.

Noch ist er nicht einmal eröffnet, eines hat der neue Kiosk auf dem Remigiusplatz aber schon erreicht: Er regt die Bonner zu engagierten Diskussionen an. Und Humor beweisen sie dabei auch noch – meistens. Sei es in Debatten auf Internetforen, sei es am Ort des Anstoßes, wo seit der Aufstellung des beigefarbenen Containers manch munterer Disput zu beobachten ist.

„Ein schöner... Kasten“, meint eine Passantin. Sie hätte sich „mehr architektonisches Feingefühl“ erhofft, zumal der neue Container die historischen und renovierten Fassaden im Hintergrund verdecke. Prompt erntet sie Widerspruch: Dank der glänzenden Oberfläche sei es „nicht ganz so schlimm, wie es auf den Fotos schien“, sagt ein anderer Bürger. Er habe dafür den Eindruck, dass der Neubau schief steht. „Wegen solcher Container hinter der Bühne mussten die Konzerte in der Museumsmeile unter dem Zelt eingestellt werden. Aber in der Innenstadt geht das dann“, argumentiert ein anderer im Internet. Und wieder ein anderer schimpft: „Motzen, motzen, motzen. Bonn ist eine Stadt der Meckerer geworden!“

Auch unter Funktionsträgern in der Stadt scheiden sich an dem neuen Kiosk, der zudem Toiletten beherbergt und Teil des neuen Beethovenrundgangs ist, die Geister. Positiv äußert sich zum Beispiel Maike Reinhardt Geschäftsführerin des Vereins City-Marketing: Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, solle man Verglasung und Lichtreflektionen auf sich wirken lassen, rät sie. „Der Kiosk lehnt sich dadurch optisch gut an die Umgebung an“, ist sie überzeugt.

Einzelhandelsverband kritisiert den neuen Kiosk am Remigiusplatz in Bonn

Eher kritisch bewertet den Neubau – nicht zuletzt angesichts der Kosten – Jannis Vassiliou, der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes: „Sicherlich hätte dieser Platz einen passenderen Entwurf verdient. Dieses lieblose Konstrukt mag funktionell sein, er ist aber dem Remigiusplatz nicht würdig. Wichtig wäre, dass man künftig weder Riesenräder noch Wochen- oder Blumenmärkte dort unterbringt“. Auch passten Design und Funktionsweise dieser sehr teuren Investition nicht auf diesen historischen Platz. Der sei, abgesehen vom Kiosk, aber edel geworden, meint Vassiliou: Seine Schlichtheit und Klarheit würde dem Geist von Beethoven entsprechen.

Wer den Kiosk betreiben wird und wann er letztlich öffnet, vermochte die Stadtverwaltung am Dienstag noch nicht zu sagen. Darüber soll es aber in den nächsten Tagen Aufschluss geben, hieß es im Stadthaus. Eine Antwort hat die Verwaltung unterdessen aber auf eine Frage, die im Zusammenhang mit dem neuen Kiosk ebenfalls wiederholt gestellt wurde – nämlich die, was eigentlich aus der historischen Pferdetränke geworden ist, die bis vor etwa einem Jahr den früheren Blumenmarkt schmückte.

„Die Pferdetränke zieht in die Brüdergasse“, erinnert Andrea Schulte an einen entsprechenden Beschluss der Bezirksvertretung Bonn vor einem Jahr. Zunächst aber soll die geplante Umgestaltung der Brüdergasse über die Bühne gebracht werden, die aber erst nach dem Beethovenjahr 2020 in Angriff genommen wird. Für die Pferdetränke ist es übrigens nicht der erste Umzug: Bis 1968 stand sie an der Ecke Wittelsbacher Ring/Endenicher Straße und wurde seinerzeit auf den Remigiusplatz gesetzt, um besser zur Geltung zu kommen. Ein Privileg, das bis auf Weiteres das neue Bauwerk auf dem Platz genießt.