Neuer Vertrag: Ratsmehrheit unterstützt Bonns Theaterchef

Neuer Vertrag : Ratsmehrheit unterstützt Bonns Theaterchef

Die Jamaika-Koalition im Bonner Stadtrat will mit Bernhard Helmich weitermachen. Fast alle Parteien rügen die Kritik des Stadtsportbunds und warnen vor erneuten Grabenkämpfen mit der Kultur. Die Debatte über weitere Sparmaßnahmen bei Oper und Schauspiel steht aber noch bevor.

Generalintendant Bernhard Helmich darf sich über politischen Rückenwind freuen. Nachdem der Stadtsportbund (SSB) Kritik an der geplanten Vertragsverlängerung geübt hat, stellt sich die Mehrheit der Ratsfraktionen klar hinter den städtischen Theaterchef. Fast alle Parteien rügen den SSB für den Vorstoß und warnen vor erneuten Grabenkämpfen mit der Kultur.

„Wir haben mit ihm bei der Umsetzung unserer Konsolidierungsziele gute Erfahrungen gemacht“, erklärt CDU-Fraktionschef Klaus-Peter Gilles. Deshalb wolle die CDU den Vertrag verlängern, der frühestens nach Einbringung des neuen Doppelhaushalts unterschrieben werden solle – der Kämmerer will den Entwurf im Juni vorlegen. Ganz ähnlich äußern sich die Grünen. „Wir wollen den Weg der Konsolidierung mit Herrn Helmich weitergehen“, sagt Fraktionssprecher Peter Finger. Der dritte Koalitionspartner wird beim Thema Sparen etwas konkreter: „Wir achten darauf, dass bei der Vertragsverlängerung ein weiterer Sparbeitrag geleistet wird“, betont FDP-Fraktionschef Werner Hümmrich, der einen „Korridor“ zwischen einer und drei Millionen Euro anregt. Die FDP wolle den neuen Vertrag bis Ende Juni beschließen.

Helmichs Vertrag für Oper und Schauspiel läuft bis 2018 und soll jetzt um bis zu fünf Jahre verlängert werden. Hauptkritik des SSB: Im Vertrag soll der städtische Jahreszuschuss garantiert werden, der aktuell bei mehr als 28 Millionen Euro liegt – so will die Stadt für Planungssicherheit sorgen. Der SSB fordert, eine so weitreichende Festlegung erst mit den Bürgern zu diskutieren. Das Theater dürfe bei Spardebatten, die in der Zukunft drohten, nicht ausgenommen sein.

Das sieht auch die SPD so. Bei den Gesprächen über den neuen Intendantenvertrag müssten „der Kostendeckungsgrad und der Sparbeitrag des Theaters auf den Tisch“, fordert die Fraktionsvorsitzende Bärbel Richter. Die Linkspartei will Helmich die gewünschte Planungssicherheit verschaffen. „Dem Theater vorzuwerfen, es wolle sich aus den Sparbemühungen heraushalten, geht an der Realität vorbei“, lobt Kultursprecher Jürgen Repschläger die bisherigen Sparbemühungen des Generalintendanten.

Skepsis dagegen beim Bürger Bund Bonn: Der Vertrag dürfe frühestens nach Abschluss der Haushaltsberatungen unterzeichnet werden, so Johannes Schott – und dann auch nur mit einem geringeren Jahreszuschuss als bisher. Die Allianz für Bonn (AfB) lehnt eine Vertragsverlängerung unter den aktuellen Bedingungen ab: Die Kulturkosten müssten sinken, betont Hans Friedrich Rosendahl. „Notfalls müssen wir auf das Schauspiel verzichten.“ ⋌