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Landgericht in Bonn: Prozess wegen Mordversuchs: Flüchtling warf Kinder aus dem Fenster

Landgericht in Bonn : Prozess wegen Mordversuchs: Flüchtling warf Kinder aus dem Fenster

Im Februar wurden in Lohmar drei syrische Kinder aus dem ersten Stock eines Flüchtlingsheims geworfen - jetzt kommt ihr Vater deshalb vor Gericht. Bei dem Fall sollen Schwierigkeiten mit den anderen Rollenbildern in Deutschland mitspielen.

Vor dem Bonner Landgericht beginnt am Dienstag der Prozess gegen einen 36-jährigen syrischen Flüchtling wegen versuchten Mordes an seinen drei Kindern. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, seine drei Kinder im Alter von einem, fünf und sieben Jahren am 1.Februar in einer als Flüchtlingsunterkunft dienenden, im 1. Stockwerk gelegenen Wohnung in Lohmar in Tötungsabsicht aus dem Fenster geworfen zu haben.

Die beiden jüngeren Kinder soll er nacheinander aus dem Badezimmerfenster und das älteste Kind anschließend aus dem Küchenfenster geworfen haben. Die beiden älteren Kinder sollen dabei schwere Verletzungen, unter anderem Schädelbrüche und weitere Frakturen erlitten haben. Die jüngste Tochter soll auf den zuvor aus dem Badezimmerfenster geworfenen Sohn aufgekommen sein und Prellungen sowie ein Hämatom an der Leber erlitten haben. Die siebenjährige Tochter schwebte zeitweise sogar in Lebensgefahr.

Motiv für die Tat laut Anklage: Der Angeklagte war nicht damit einverstanden, dass seine Ehefrau das aus der Heimat gewohnte Rollenverständnis nicht mehr akzeptierte und sich von ihm nicht mehr alles gefallen lassen wollte.

Das Medieninteresse an dem Prozess ist groß: Mehr als 20 auch überörtliche Pressevertreter haben sich angekündigt, darunter auch Journalisten von russischen Medien. Das als Jugendschutzkammer tagende Jugendschwurgericht hat sieben Verhandlungstage vorgesehen. Eine Reihe von Zeugen sollen gehört werden, auch die Mutter der Kinder, die der Angeklagte vier Wochen vor dieser Tat ebenfalls attackiert und verletzt haben soll. Ob die größeren Kinder auch gehört werden müssen, hängt vom Aussageverhalten ihres Vaters ab. (Rita Klein)