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Fall Niklas P.: Prozess soll im Januar beginnen

Fall Niklas P. : Prozess soll im Januar beginnen

Das Jugendschwurgericht Bonn hat die Anklage zugelassen und das Verfahren eröffnet. Zurzeit werden Termine geplant. Neben dem Tatverdächtigen Walid S. wird sich auch der 21-jährige Roman W. vor dem Gericht verantworten müssen.

Der gewaltsame Tod des 17-jährigen Schülers Niklas P. am 7. Mai in Bad Godesberg wird aller Voraussicht nach ab Januar das Bonner Jugendschwurgericht beschäftigen: Nach GA-Informationen hat die zuständige 8. Bonner Jugendstrafkammer die Anklage gegen den 20-jährigen Hauptangeklagten Walid S. und den 21-jährigen Roman W. zugelassen und das Verfahren offiziell eröffnet. Dem Vernehmen nach ist der 20. Januar als Prozessbeginn ins Auge gefasst.

Mit dieser Entscheidung hat das Gericht eine entscheidende Weiche zur Aufklärung in einem Fall gestellt, der die Gemüter nicht nur in der Bundesstadt erregte und die Diskussion über die zunehmende Intensität von Jugendkriminalität auch auf politischer Ebene anfachte. Die Bonner Staatsanwaltschaft wirft dem 20-jährigen Walid S. vor, den 17-jährigen Niklas, der mit einer Clique von Freunden auf dem Heimweg von einem Konzert bei Rhein in Flammen war, angegriffen und mit einem einzigen Schlag gegen den Kopf getötet zu haben.

Angeklagte bestreiten die Tat

Denn, so die Anklage: Da Niklas P. an einer bis dahin unerkannten Vorschädigung des Gehirns litt, führte schon dieser eine Schlag zu einem Riss der Arterie, die eine Woche später den Tod des Schülers zur Folge hatte. Nach Bekanntwerden dieser Vorschädigung hatte die Staatsanwaltschaft die Anklage von Totschlag auf gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge abgeändert und festgestellt: Ein gesunder Mensch wäre daran nicht gestorben, aber Niklas P. habe keine Chance gehabt zu überleben. Zwar habe Walid S. anschließend noch mit seinem Trekkingschuh auf den Kopf von Niklas P. eingetreten. Doch da sei die todbringende Verletzung durch den Faustschlag schon erfolgt.

Wenn der Prozess beginnt, wird Walid S. nicht allein auf der Anklagebank sitzen: Der 21-jährige Roman W. wird sich mit ihm vor der Gericht verantworten müssen, denn auch er soll versucht haben, auf den Kopf des am Boden liegenden Niklas einzutreten, wurde jedoch von dessen beiden Begleiterinnen festgehalten. Und einem dieser Mädchen soll der 21-Jährige mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Ihm wird nun wie auch Walid S. Beteiligung an einer Schlägerei vorgeworfen, die zum Tod eines Menschen führte.

Beide Angeklagte bestreiten, zwei der drei Täter zu sein, die in jener Nacht so gewalttätig wurden. Beide sitzen in Untersuchungshaft, Walid S. bereits seit Mitte Mai, Roman W. seit dem 9. September, nachdem er einen Belastungszeugen im Fall Niklas P. bedroht und zusammengeschlagen- und getreten hatte. Nach GA- Informationen werden zurzeit die Prozesstermine geplant.