Tannenbuscher Interessengemeinschaft Paulusplatz: Protest gegen das Aus für die Sparkassen-Filialen

Tannenbuscher Interessengemeinschaft Paulusplatz : Protest gegen das Aus für die Sparkassen-Filialen

Die Interessengemeinschaft Paulusplatz schreibt einen Brandbrief an die Fraktionen und den Verwaltungsrat. Sie will den Erhalt der Sparkasse im Ort.

Gegen die geplante Schließung von sieben Sparkassen-Filialen in Bonn regt sich Widerstand. Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Paulusplatz in Tannenbusch haben einen Brandbrief an alle Stadtratsfraktionen und die Mitglieder des Verwaltungsrates der Sparkasse Köln-Bonn verfasst, in dem sie vor einer Schließung der Filiale am Paulusplatz warnen.

Diese und sechs weitere Geschäftsstellen in Bonn sowie 15 in Köln will die Sparkasse nächstes Jahr aufgrund zu geringer Kundenfrequenz schließen und mit benachbarten Filialen zusammenlegen.

Die Entscheidung des Verwaltungsrates der Sparkasse zur Schließung stelle eine Existenzbedrohung für den Paulusplatz dar, kritisiert Philipp Seehausen. „Hier lässt man sehenden Auges einen lebendigen und lebenswerten Stadtteil sterben“, befürchtet der IG-Vorsitzende und Inhaber einer Buchhandlung am Paulusplatz.

Für die Bewohner und Geschäftsleute rund um den Paulusplatz und auch für den Investor, der gleich neben der Sparkasse zurzeit ein Lebensmittelgeschäft aufbaue, sei das „ein Schlag ins Gesicht“. Der Platz sei ohnehin schon von Leerstand bedroht. Falle auch noch die Sparkasse weg, würden voraussichtlich weitere Geschäfte schließen müssen.

„Wir beobachten, entgegen der Aussage des Verwaltungsrates der Sparkasse, dass die Filiale stark frequentiert wird. Die Alters- und Sozialstruktur von Alt-Tannenbusch erfordert die Existenz einer persönlich besetzten Service- und Beratungsstelle vor Ort.

Die Sparkasse steht als Einrichtung der kommunalen Daseinsvorsorge in der Pflicht der örtlichen Bevölkerung und der sie versorgenden mittelständischen Unternehmen und Geschäfte“, so Seehausen. Die von der Sparkasse geplanten künftigen Angebote wie eine telefonische und mobile Beratung seien kein adäquater Ersatz für die Menschen dort. „Außerdem wird es einen erheblichen Rückgang von Kunden insgesamt am Paulusplatz geben“, befürchtet er.

Jahrelange Vernachlässigung?

An Neu-Tannenbusch zeige sich die „verheerende Konsequenz“ jahrelanger Vernachlässigung, die man zurzeit mit vielen Millionen Euro versuche rückgängig zu machen. Seehausen: „Wir lassen nicht zu, dass der Paulusplatz durch die Fehlentscheidung des Verwaltungsrates in ähnlicher Weise vernachlässigt wird.“

Dem Protest der Tannenbuscher schließen sich Seehausen zufolge zurzeit weitere Ortsvereine an. So hätten der Karnevalsverein „Tannebüscher Jecke“ und der Verein „Dünenfüchse“ bereits ihre tatkräftige Unterstützung zugesagt.

Zudem sei die Unterschriftenaktion bereits in vollem Gange. „Wir haben schon zig Unterschriften in den Geschäften und bei den Anwohnern gesammelt“, sagte Seehausen. „Ganz Tannenbusch wird deshalb auf die Barrikaden gehen“, ist er überzeugt. Ähnlich heißt es auch in dem Schreiben an die Politiker: „Sie werden mit heftigem Widerstand gegen die Schließung der Sparkassen-Filiale rechnen müssen“.