Bonn-Krimi "Blaues Blut im Karneval": Prinzenleiche in der Räucherkammer

Bonn-Krimi "Blaues Blut im Karneval" : Prinzenleiche in der Räucherkammer

Ausgerechnet an Weiberfastnacht wird Majestät Hans I. Dahm mit der Ordensschnur um den Nacken mausetot in seiner Wohnung aufgefunden. Suizid? Mord? Auf jeden Fall passt ein verblichener Narrenfürst auf dem Höhepunkt des jecken Treibens so gar nicht zu den Vereinsstatuten der Prinzen stellenden Karnevalsgesellschaft.

Wie also den Eklat bis zum Aschenkreuz hinauszögern? Wohin mit der royalen Leiche bis zur Nubbelverbrennung? Eine makabre Reise über die Abgründe des rheinischen Karnevals beginnt.

Judith Cremer und Rainer Moll bereiteten den Zuhörern im Vereinszentrum der Großen Dransdorfer Karnevalsgesellschaft (GDKG) bei der Lesung aus ihrem Bonn-Krimi "Blaues Blut im Karneval" einen vergnüglichen und spannenden Abend mit Witz, Esprit und rheinischem Charme.

Die Autoren kennen sich im Karneval bestens aus. Judith Cremer ist seit über 20 Jahren Mitglied im Reitercorps der Beueler Stadtsoldaten und war vor elf Jahren Bonna. Rainer Moll ist in der Region durch viele Comedy-Lesungen bekannt geworden und hat sich über seine bisherigen, nicht in Prosa veröffentlichten Werke als "Reimer Rainer Moll" einen Namen gemacht.

"Wir sind bei unserem ersten Krimi einfach von einem toten Prinzen ausgegangen und haben die Handlung schrittweise weiterentwickelt", erzählten die Debütanten. Die Leiche des Prinzen wird in einem Kleidersack vorübergehend sogar in eine Räucherkammer gehängt, neben Mettwürstchen und frischem Wild aus der Eifel.

"Auf so eine jecke Idee muss man erst einmal kommen. Wir haben lange nicht mehr so gelacht", lobten die Zuhörerinnen Karin Ittner und Frauke Berghausen. GDKG-Präsident Willi Baukhage amüsierte sich vor allem über die gar nicht so fiktiven Charaktere: "Da sind etliche dabei, die in jedem Verein vorkommen." Cremer und Moll haben bereits mit ihrem zweiten Krimi begonnen. Man darf gespannt sei.

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