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Postbank springt als Investor ab

Postbank springt als Investor ab

Weiterer Rückschlag für die Bonner Festspielhaus-Pläne: Nach der Telekom scheidet nun auch die Postbank als möglicher Investor für einen Neubau aus. "Im April 2010 haben alle Beteiligten mit guten Gründen beschlossen, das Beethoven-Festspielhaus nicht weiter zu verfolgen", erklärte ein Unternehmenssprecher.

Bonn. Weiterer Rückschlag für die Bonner Festspielhaus-Pläne: Nach der Telekom scheidet nun auch die Postbank als möglicher Investor für einen Neubau aus. "Im April 2010 haben alle Beteiligten mit guten Gründen beschlossen, das Beethoven-Festspielhaus nicht weiter zu verfolgen", erklärte ein Unternehmenssprecher.

"Aus Sicht der Postbank haben sich die Rahmenbedingungen für das millionenschwere Projekt seither nicht verbessert." Aus Bankkreisen hieß es, nach den Belastungen durch die Finanzkrise sei ein Festspielhaus-Engagement den Mitarbeitern und Aktionären nicht mehr vermittelbar.

Ursprünglich wollte die Postbank, die inzwischen von der Deutschen Bank übernommen wurde, das 80 bis 100 Millionen Euro teure Projekt zusammen mit Telekom und Deutscher Post finanzieren. Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) hat nach GA-Informationen vor, die Festspielhauspläne voranzutreiben.

Zur Eröffnung des Beethovenfestes am Freitag will er drei mögliche Standorte benennen: die alte Beethovenhalle, das Grundstück der Oper und eine Fläche unweit des Post Towers in der Rheinaue. Bis nächsten Monat werde die Stadtverwaltung den Ratsgremien Zahlen und Analysen zu jeder der Varianten präsentieren, heißt es aus dem Stadthaus.

2010 hatte Nimptsch das Projekt gemeinsam mit den Investoren auf Eis gelegt. Zuerst müssten der städtische Haushalt in Ordnung gebracht und eine Lösung für das World Conference Center Bonn (WCCB) angeschoben werden, argumentierte das Stadtoberhaupt. Beide Bedingungen scheint Nimptsch als erfüllt anzusehen.

In Kreisen der Ratsfraktionen rechnet man damit, dass der Oberbürgermeister spätestens im Oktober einen spektakulären Vorstoß wagen könnte: die Aufgabe der eigenen Oper zugunsten des Festspielhauses. Das würde Millionen-Summen freisetzen, die in den Betrieb des neuen Hauses und anderer Kultureinrichtungen fließen könnten.

Ob ein so gravierender Einschnitt politisch durchsetzbar wäre, ist jedoch offen. Schon dass Nimptsch am Freitag drei mögliche Standorte nennen will, löste Kritik der schwarz-grünen Ratskoalition aus. Es seien zu viele Fragen ungeklärt, bemängelten CDU und Grüne: vom Bau über Finanzierung und Betrieb bis hin zur inhaltlichen Konzeption.