Straße "Am Hölder": Post vergisst Briefe für Neubaugebiet in Röttgen

Straße "Am Hölder" : Post vergisst Briefe für Neubaugebiet in Röttgen

Ein Post-Fahrer hat in Röttgen Sendungen in einer falscher Box hinterlassen und der Zusteller merkte es nicht. Wochenlang kamen für die Bewohner keine Briefe an. Das Unternehmen entschuldigt sich nun dafür.

Die Deutsche Post AG hat offenbar über mehrere Wochen keine Briefe im Neubaugebiet Am Hölder in Röttgen ausgeliefert. Dadurch ist es bei einigen Bürgern dazu gekommen, dass Fristen versäumt worden sind. Ein Post-Sprecher aus Düsseldorf räumte den Fehler ein und entschuldigte sich bei den Kunden in Röttgen.

Als Dirk Hänisch am Dienstag nach Ostern den Briefkasten seines Hauses in der Frieda-Nadig-Straße leerte, stutzte er: Sieben Sendungen erschienen ihm ziemlich viel für einen solchen Tag. Bei näherem Hinsehen merkte er, dass ein Brief seines Geldinstituts das Datum vom 1. März trug, und einer seines Sportvereins ganz ähnlich früh abgeschickt worden war. Es handelte sich um die Einladung zu einer Vereinssitzung, die längst vorbei war.

„Ich habe bei der Post angerufen, aber keine Auskunft und keinen Ansprechpartner bekommen“, berichtet Hänisch dem GA. Und niemand konnte ihm mitteilen, ob und was da schief gelaufen sei. „Ich bin nur vertröstet worden.“

Nachdem Post-Sprecher Dieter Pietruck die Sachlage auf GA-Anfrage recherchiert hatte, sprach er von gleich zwei dummen Fehlern, die passiert seien. Ein Fahrer habe die Behälter mit den fraglichen Briefen in eine falsche Box geladen, nämlich in einen „Bedarfsablagekasten“, der nur im Bedarf, aber nicht immer genutzt werde. Und der Briefträger vor Ort, der neu im Dienst sei, habe das nicht bemerkt. So gingen mehrere Wochen ins Land. Pietruck: „Wir entschuldigen uns bei den Kunden dafür, dass die Post an falscher Stelle hinterlegt wurde.“ Einem erfahrenen Zusteller, so glaubt er, wäre das vermutlich nicht passiert, sondern er hätte den Fehler bemerkt.

Bei einigen Kunden ist die verzögerte Brieflieferung mit Nachteilen verbunden. „Ich erhielt ebenfalls am Dienstag einen Bescheid des Bundesverwaltungsamtes mit Datum vom 27. Februar, für den inzwischen gesetzte Fristen abgelaufen sind“, berichtet Eckhard Bartens, der ebenfalls in dem Neubaugebiet wohnt. Auch eine Arztrechnung, ausgestellt am 28. Februar und dann abgestempelt am 4. März war darunter.

Ähnlich ging es Eckart Roloff, ebenfalls wohnhaft am Hölder. „Auch wir bekamen erst am Dienstag zwei Tagszeitungen von Anfang März, dazu eine Büchersendung und normale Briefpost von seinerzeit“, berichtet er. Mehrfach habe er sich bei der Post erkundigt, was da passiert sei. „Per Hotmail wurden wir ergebnislos vertröstet.“

Am Kundentelefon könne nie sofort eine Antwort auf solche Fragen gegeben werden, klärt Pietruck auf. Die Beschwerde gehe in solchen Fällen an die Zustellbezirksleitung, die den Fall aufzuklären versuche.

Die von den Bürgern bemerkte neue Zeit der Briefzustellung im Neubaugebiet in Röttgen, bei der die Post nunmehr nachmittags statt vormittags ausgeliefert werde, habe dagegen nichts mit dem besagten Fehler zu tun. Die Zustellbezirke würden einmal pro Jahr neu geschnitten, so dass es sein könne, dass sich die Zustellungszeit dadurch verschiebe.

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