NRW-Innenminister Herbert Reul zu Gast: Polizei wirbt im Tannenbusch-Gymnasium um Nachwuchskräfte

NRW-Innenminister Herbert Reul zu Gast : Polizei wirbt im Tannenbusch-Gymnasium um Nachwuchskräfte

NRW-Innenminister Herbert Reul spricht im Tannenbusch-Gymnasium mit Oberstufenschülern über die Bewerberkampagne der Polizei. „Die hohen Bewerberzahlen zeigen die Attraktivität“, so der Minister.

2300 neue Polizisten will die nordrhein-westfälische Landesregierung bis 2022 Jahr für Jahr einstellen. Das setzt voraus, dass sich auch Aspiranten finden, die nicht nur ausreichend, sondern auch geeignet sind. Jeder zehnte Bewerber fiel in der Ausbildung zuletzt durch. Somit kann bei der Rekrutierung auch die Hilfe des Landesinnenministers nicht schaden. Also begab sich Herbert Reul (CDU) am Montag selbst zum Tannenbusch-Gymnasium nach Bonn, wo die diesjährige Bewerberkampagne mit einer zentralen Veranstaltung offiziell eröffnet wurde.

Die Bonner Polizei hatte auf dem Schulhof eine kleine Messe aufgebaut, die den Arbeitsalltag eines Ordnungshüters möglichst breit darstellte: So war die Einsatzhundertschaft aus Köln ebenso vertreten wie die Kriminalpolizei, die Diensthundeführer und der Verkehrsdienst. Für Anschauungsunterricht sorgte der Erkennungsdienst mit einem fiktiven Tatort. An einer anderen Stelle hatten Beamte einen Verkehrsunfall realitätsnah in Szene gesetzt, und selbst an Luftmatratzen zum Rumlümmeln hatten die Beamten gedacht.

Eher Berufung als Job

Bevor Reul den einzelnen Ständen einen Besuch abstattete, warb er unter den anwesenden Jugendlichen auch persönlich für den Polizeiberuf: Der nämlich sei „eher Berufung als Job“ und durchaus anstrengend, dafür aber stets abwechslungsreich und durch die Beschäftigungsgarantie überaus attraktiv. „Die hohen Bewerberzahlen, 11.000 im vergangenen Jahr, zeigen ja die Attraktivität“, so der Minister.

Unterstützt hatten seine Thesen zuvor schon zwei junge Leute, deren Einstieg in den Polizeiberuf bereits hinter ihnen liegt und die nun – befragt von Polizei-Pressesprecher Frank Piontek – aus dem Nähkästchen plaudern durften. Man sei „jederzeit nah am Menschen“ und könne in vielen Lebenslagen helfen, hob Kommissarsanwärterin Verena Zimmer hervor. Ein Heimspiel genoss ihr Kollege Gurvinder Sahota. Der Polizeikommissar drückte bis vor einigen Jahren selbst noch die Schulbank im Tannenbusch-Gymnasium. Zwar habe er „eigentlich Fußballprofi“ werden wollen, jetzt jedoch gefalle ihm vor allem die große Abwechslung, die der Beruf mit sich bringe.

Positives entgegensetzen

Dass die zentrale Veranstaltung zum Start der Bewerbungsphase in NRW ausgerechnet am Tannenbusch-Gymnasium stattfand, war der Bonner Polizei zu verdanken. Sie hatte sich erfolgreich als Ausrichter des Kampagnenstarts beworben und die Schule mit Bedacht ausgewählt, wie Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa am Rande der Veranstaltung sagte: Man habe den bekannten Negativschlagzeilen über Tannenbusch ausdrücklich etwas Positives entgegensetzen wollen, erklärte sie. Gerade an dem Gymnasium gebe es davon reichlich. Als Beispiele hob sie die Sport- und Musikförderung der Schule hervor.

Die Schulmusiker konnten sich sogleich in einer Arbeitsgruppe mit dem Landespolizeiorchester bewähren. Bis sich die Einstellungswelle der NRW-Polizei auch in Bonn niederschlägt, werden noch einige Jahre vergehen: Zunächst wartet auf die Neulinge die Ausbildung. Mittelfristig ist auch in der Bonner Behörde mit einem spürbaren Zuwachs zu rechnen.

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