Betrüger in Bergisch Gladbach gefasst: Polizei nimmt falschen Polizisten aus Bonn fest

Betrüger in Bergisch Gladbach gefasst : Polizei nimmt falschen Polizisten aus Bonn fest

Die Kölner Kriminalpolizei hat an diesem Mittwochmorgen nach intensiven Ermittlungen zu falschen Polizeibeamten einen Hintermann festgenommen. Der 30-Jährige stammt aus Bonn.

Die Kölner Polizei hat am Mittwochmorgen einen 30 Jahre alten Bonner festgenommen, der im Verdacht steht, sich mit Komplizen als falsche Polizisten ausgegeben zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Köln soll er Bargeldsummen im sechsstelligen Bereich verwaltet haben. die von Senioren durch Callcenter in der Türkei in Telefonaten erbeutet wurden. Schließlich soll das Geld über Mittelsmänner in Bremen in die Türkei geschickt worden sein.

Die Beamten nahmen den Mann am frühen Morgen bei seinem Arbeitgeber in Bergisch Gladbach fest. „Der Bonner befindet sich aktuell im offenen Vollzug in der Justizvollzugsanstalt Euskirchen“, sagt Staatsanwalt Ulrich Bremer. Ein Gericht hatte ihn wegen Betäubungsmitteldelikten zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Nun wird ihm vorgeworfen, im September und Oktober des vergangenen Jahres in mindestens zwei Betrugsfälle verwickelt gewesen zu sein.

Da er sich im offenen Vollzug regelmäßig bei seiner Mutter und seiner Schwester in Bonn aufhielt, durchsuchten die Polizisten beide Wohnungen und seine Zelle in Euskirchen. Dabei wurden neben zwölf Mobiltelefonen und einem Laptop auch einen verschlossener Tresor sichergestellt, dessen Inhalt bislang unbekannt ist.

Aktuell sind laut Polizei wieder verstärkt Telefonbetrüger in Bonn und der Region unterwegs. Besonders betroffen sei Königswinter. Dort will die Behörde die Bürger in den nächsten Tagen durch Infokampagnen warnen.

Immer wieder Anrufe durch falsche Polizisten

Bereits seit geraumer Zeit rufen gut organisierte falsche Polizeibeamte willkürlich ausgesuchte, ältere Menschen an und erzählen von festgenommenen Einbrechern, bei denen die Adresse der Senioren gefunden worden sei. Am Ende meist stundenlanger Telefonate nutzen die Täter das Vertrauen in die Polizei aus, um ahnungslose Senioren zu veranlassen, Bargeld, wertvollen Schmuck und andere Wertsachen aus angeblichen Sicherheitsgründen zu übergeben oder außerhalb ihres Hauses zu deponieren.

Die Bandenmitglieder handeln dabei in mehreren Arbeitsschritten, die auf mehrere Akteure aufgeteilt werden: Die Anrufer sitzen in Callcentern in der Türkei. Bei gewonnenem Vertrauen der Senioren und dem Glauben an einen unmittelbar bevorstehenden Einbruch bei den Senioren, organisiert ein weiterer Mittäter einen sogenannten Abholer. Dieser nimmt die Wertgegenstände der Betrogenen entgegen und übergibt die Beute dann wiederum an einen weiteren Komplizen.

Die Polizei Köln geht von weiteren, bisher nicht angezeigten Taten im Herbst 2018 aus und bittet Betroffene dringend, sich zu melden.

Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 25 unter der Rufnummer 0221/2290 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de entgegen.

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