Stadthaus Bonn: Polizei geht nach Feuer von Brandstiftung aus

Stadthaus Bonn : Polizei geht nach Feuer von Brandstiftung aus

Nach den zwei Bränden im Bonner Stadthaus geht die Polizei in beiden Fällen von Brandstiftung aus. Die Stadt sorgt sich nun um die Sicherheit der Mitarbeiter. Lässt sich die Sicherheit verbessern?

Die Stadtverwaltung hat sofort reagiert: Bereits am Montagnachmittag patrouillierten zusätzliche Sicherheitsleute in den Untergeschossen des Stadthauses. Sie werden solange vor Ort sein, „bis die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen zur Brandursache abgeschlossen hat“, erklärte der städtische Personalamtsleiter Andreas Leinhaas. Bereits am Montagabend verdichteten sich die Hinweise, dass die Brände im Stadthaus in Räumen unter dem Parkdeck 2 am Donnerstag und am Montag absichtlich gelegt wurden.

Polizeisprecher Michael Beyer bestätigte am Dienstag, dass die Ermittler von Brandstiftung in beiden Fällen ausgingen. Am Donnerstag brannte es in einem Raum, in dem Akten verschiedener Ämter gelagert waren. Am Montag brannten in einem Abstellraum ganz in der Nähe Kartons. Auswirkungen haben die Brände auf das Stadtarchiv, auch wenn es nicht direkt betroffen war (siehe „Brandfolgen: Material nicht ausleihbar “).

Im Stadthaus hat es wieder gebrannt. Foto: Matthias Kehrein

Zwei Brände im Untergeschoss des Stadthauses Bonn

Die Feuerwehr rückte am Montag mit 70 Einsatzkräften von Berufsfeuerwehr und freiwilligen Feuerwehren an. Der Schaden hielt sich in Grenzen, verletzt wurde niemand. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte war der Brand bereits aus. Sie übernahmen die Entlüftung. Auf einen Räumungsalarm folgte die Evakuierung des Stadthauses. Laut Beyer gibt es bislang keine Hinweise auf den oder die Täter. Die Polizei bittet um Hinweise unter Telefon 0228 150.

Als Sofortmaßnahme zum Schutz der rund 1500 im Stadthaus tätigen Mitarbeiter solle ab sofort der Zugang in die Untergeschosse kontrolliert werden, so Leinhaas. Der Schlüssel sei an der Stadthaus-Information abzuholen, ein namentlicher Eintrag in ein Buch erforderlich. Der Schlüssel sei nach dem Besuch der unteren Räume wieder abzugeben. Die Räume, in denen es gebrannt hatte, sind nicht öffentlich, sondern nur für einen Teil der Mitarbeiter über Zentralschlüssel zugänglich.

Dieses Video entstand in einer Kooperation zwischen WDR und GA.

Der Personalratsvorsitzende Christoph Busch zeigte sich besorgt: „Viele fragen sich natürlich, was die Hintergründe sind, wenn es sich um Brandstiftung handeln sollte.“ Die Vorfälle hätten in der Mitarbeiterschaft eine gewisse Unsicherheit ausgelöst. Busch sagte weiter, die Verwaltung müsse sich Gedanken machen, wie sich kurz-, aber auch mittelfristig die Sicherheit verbessern ließe. Er hält neben der kurzfristigen Aufstockung des Sicherheitspersonals das Installieren zusätzlicher Kameras für sinnvoll. Busch rät Mitarbeitern dazu, bis auf Weiteres nur zu zweit das Untergeschoss aufzusuchen.

Polizei geht von Brandstiftung aus

Das Thema kam auch bei der großen Personalversammlung am Dienstagnachmittag im Sportpark Nord zur Sprache. Nach Kenntnis des GA hat Oberbürgermeister Ashok Sridharan in der Sache zu den Mitarbeitern gesprochen. Er kündigte an, die Schlösser zu den Kellerräumen austauschen lassen zu wollen, um den Kreis der Zugangsberechtigen einzuschränken und besser überblicken zu können. Auch die Installation weiterer Kameras will er prüfen lassen.

Busch begrüßt diese Ankündigungen. Zumindest etwas Gutes kann er den Bränden abgewinnen. „Es hat sich gezeigt, dass die Evakuierung im Ernstfall gut funktioniert.“ Erst in diesem Jahr hatte die Feuerwehr einen Probealarm simuliert, bei dem die Mitarbeiter zügig das Stadthaus zu räumen hatten. Im Ablauf einer solchen Evakuierung sei auch geregelt, wie sich Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer zu verhalten haben. Sie suchen vorher benannte Plätze auf und bleiben dort, bis Einsatzkräfte der Feuerwehr sie dort holen. „Unter den gegebenen Umständen ist alles sehr gut gelaufen“, sagte Busch.

Hinweise zu verdächtigen Personen, die mit den Vorfällen im Bonner Stadthaus in Verbindung stehen könnten, bitte an die Polizei unter der Rufnummer 0228-150.

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