1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Verdacht auf Besitz von Kinderpornografie: Polizei durchsucht Gartenparzelle in Bonn-Friesdorf

Verdacht auf Besitz von Kinderpornografie : Polizei durchsucht Gartenparzelle in Bonn-Friesdorf

Die Bonner Polizei hat am Freitag ein Gartengrundstück in Friesdorf durchsucht. Auch Spürhunde und eine Drohne kamen dabei zum Einsatz. Der Mann, der die Parzelle nutzt, steht in Verdacht, Kinderpornografie zu besitzen.

Mit einem Großaufgebot rückten Polizei und Landeskriminalamt am Freitag zu einer Schrebergartenkolonie in Friesdorf aus. Der Verdacht: Einer der Pächter soll kinderpornografisches Material besessen haben. Bereits am Donnerstag hatten die Beamten nach einem Hinweis den 42-jährigen Mann auf dem verwilderten Grundstück zwischen dem Südfriedhof und den Bahngleisen festgenommen. Zwei weitere Männer im Alter von 29 und 54 Jahren, die ebenfalls vor Ort angetroffen wurden, durften nach Feststellung ihrer Personalien und Vernehmungen das Polizeipräsidium wieder verlassen.

Nachdem die Gartenlaube die ganze Nacht über bewacht worden war, rückten am Freitagmorgen Ermittler des für Sittendelikte zuständigen Kriminalkommissariats sowie eine Tatortgruppe des Landeskriminalamts an, um entsprechendes Beweismaterial sicherzustellen. Zudem wurde das ganze Areal mit einer Drohne abgesucht.

Auch Datenspeicher-Spürhunde im Einsatz

Bewaffnet und ausgerüstet mit schusssicheren Westen durchsuchten die Beamten von 10.30 Uhr an die Parzelle. In welchem Umfang dabei kinderpornographisches Material sichergestellt wurde, wollte die Polizei vor Ort aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Allerdings waren den ganzen Tag über auch mehrere Datenspeicher-Spürhunde auf dem Gelände im Einsatz. In der Gartenlaube des Mannes stellten die Beamten schließlich neben Datenträgern auch ein Luftgewehr sowie rund 50 Gramm Marihuana sicher. Zudem entdeckten sie einen Keller, den der 42-Jährige offenbar gegraben hat.

Parzelle des 42-Jährigen liegt versteckt auf dem Gelände

Die Parzelle des 42-jährigen Mannes liegt zwischen dem Hinterausgang des Südfriedhofs und den Bahnschienen. Mehrere Laubenpieper in der Nachbarschaft haben auf den unterschiedlich großen Grundstücken kleine Unterstände errichtet und bauen Obst sowie Gemüse an. Während die meisten Gärten von der kleinen Stichstraße aus einsehbar sind, ist der Blick auf die Parzelle des 42-jährigen Verdächtigen versperrt. Was sich hinter den wahllos aufgetürmten Brettern, Balken und Planen verbirgt lässt sich nicht feststellen. Nur ein Motorrad, das allerdings derzeit nicht zugelassen ist, ist durch das hölzerne Tor zu erkennen.

„Stundenlang dröhnte aus diesem Garten laute Musik nach draußen“, sagt Marianne Lerschke, die den Polizeieinsatz gestern zufällig beobachtet hat. Sie kommt regelmäßig zum Südfriedhof, um dort das Grab ihres Mannes zu besuchen. „Ich fand es schon pietätlos. Ein Friedhof ist doch ein Ort der Ruhe, der Erinnerung und der Besinnung. Da hat laute Schlagermusik in der Nachbarschaft nun wirklich nichts zu suchen“, ärgert sie sich. „Ich habe nie jemanden auf dem Grundstück gesehen, aber immer jemanden gehört.“ Ein Stück weiter hat ein anderer Hobbygärtner gerade seinen Acker bestellt. „Nein“, sagt er. „Ich kenne den Mann nicht persönlich. Ich habe ihn nur hin und wieder gesehen. Auf mich hat er einen sehr ungepflegten Eindruck gemacht“, erzählt er. „Keiner, mit dem ich näheren Kontakt haben will.“

Mittlerweile ist auch der 42-Jährige wieder auf freiem Fuß, da keine Haftgründe vorlagen. Die Ermittlungen dauern jedoch an. Während die Polizei die Laube durchsuchte kam der Mann vorbei, wurde allerdings sofort weggeschickt. Da der Verdächtige offenbar in der Laube lebte, informierte die Polizei auch das Ordnungsamt der Stadt Bonn.