Kontrollen an Schulen: Polizei bemängelt viele Räder von Schülern aus Bonn

Kontrollen an Schulen : Polizei bemängelt viele Räder von Schülern aus Bonn

Die Polizei kontrolliert Fahrräder der Schüler des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums und anderer Schulen auf Verkehrssicherheit und stellt viele Mängel fest. Unterstützt wird die Aktion auch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC)

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit steigt auch wieder die Gefahr von folgenschweren Radfahrunfällen, bei denen fehlende oder mangelhafte Beleuchtung unfallursächlich sein kann. „Sehen und gesehen werden“ – unter diesem Motto kontrollierten Polizeibeamte der Direktion Verkehr der Bonner Polizei die Fahrräder der Schüler an verschiedenen Bonner Schulen auf Verkehrssicherheit.

Auftakt war Mitte November am Helmholtz-Gymnasium in Duisdorf, anschließend setzte die Polizei ihre Kontrollen in fünf weiteren Schulen fort, unter anderem auch in der Liebfrauenschule in der Bonner Südstadt und zuletzt im Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums in Ückesdorf.

Der Andrang an den Kontrollstellen vor dem Beginn des Unterrichts in Ückesdorf war groß, berichtet die Polizei jetzt. Insgesamt kontrollierten die Beamten, unterstützt von Lehrern und Schülern der Jahrgangsstufe 11, 214 Fahrräder. Davon durchliefen 133 Räder die Prüfung ohne Mängel. Diese Räder wurden mit einer Plakette ausgezeichnet und die Schüler durften sich bei dem Leiter der Verkehrsunfällprävention, Polizeihauptkommissar Steffen Gräff, eine kleine Belohnung abholen.

Polizisten musste drei Rädern Weiterfahrt untersagen

34 Fahrräder wiesen geringe Mängel in Form von fehlenden Reflektoren oder einer nicht vorhandenen oder defekten Klingel auf. Bei 47 Zweirädern wurden grobe Mängel festgestellt. So waren die Beleuchtung oder die Bremsen nicht in Ordnung. Drei Räder waren in so schlechtem Zustand, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben war. Die Polizisten mussten die weitere Nutzung untersagen.

Von der Polizei überprüft: Das Fahrrad eines Schülers vom Ossietzky-Gymnasium. . Foto: Polizei

Mit vor Ort war auch Polizeioberrätin Gabriele Mälchers, die Leiterin der Direktion Verkehr der Bonner Polizei. Sie appellierte deshalb auch an die Eltern der Schüler: „Kontrollieren Sie regelmäßig die Beleuchtung und die Bremsen an den Fahrrädern Ihrer Kinder. Helle Kleidung und reflektierende Jacken oder Westen sorgen dafür, dass Ihre Kinder im Straßenverkehr besser zu sehen sind.“

Auch der Fahrradhelm gehört aus Sicht der Polizei zur Verkehrssicherheit dazu. „Fahrradhelme sind bei Kindern und Jugendlichen nicht immer beliebt, aber ein Helm kann die Folgen eines Unfalls deutlich mildern und vor schwersten Kopfverletzungen schützen“, betonte Mälchers. Bei der Kontrolle im Carl-von-Ossietzky-Gymnasium habe lediglich die Hälfte der Schülerinnen und Schüler einen Fahrradhelm getragen.

Auch die Hausmeister des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums waren eingebunden und reparierten kleinere Mängel sofort vor Ort. Schulleiterin Marie Krahé-Feller zeigte sich begeistert von der Aktion: „Es ist eine tolle Aktion, die schon seit über zehn Jahren bei uns stattfindet. Sehr viele unserer Schülerinnen und Schüler fahren mit dem Fahrrad zur Schule und ihre Sicherheit liegt mir natürlich am Herzen“.

Unterstützt wird die Aktion auch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC). „Es ist wichtig, gerade junge Menschen dafür zu sensibilisieren, dass es bei der Fahrradbeleuchtung vor allem darum geht, dass Radfahrer von anderen gut gesehen werden“, sagte Gabriele Heix vom ADFC Bonn/Rhein-Sieg. „Es gibt heute keine Ausrede mehr dafür, dass Vorder- oder Rücklicht defekt sind.

Heutzutage gibt es zahlreiche, auch günstige Akkuleuchten, die vom Gesetzgeber anerkannt sind und dafür sorgen, dass man nicht als Geisterfahrer unterwegs ist.“ Beim Kauf sollten Jugendliche und Eltern darauf achten, dass ein Fahrrad komplett ausgerüstet ist, also auch über eine Lichtanlage verfügt. Dabei sei ein Nabendynamo die beste Lösung. Er liefere zuverlässig Strom bei jedem Wetter und habe praktisch keinen Widerstand. Und im Gegensatz zu einer Akkuleuchte gebe es Strom immer dann, wenn man unterwegs ist, so Heix.

Die Schüler der fünften Klassen des Ossietzky-Gymnasiums hatten die Möglichkeit, an verschiedenen Stationen mehr über das verkehrssichere Fahrrad, reflektierende Kleidung und das sichere Bremsen zu erfahren. In einer „Black-Box“ konnten sich die Kinder in die Situation eines Autofahrers versetzen und so erkennen wie wichtig die Beleuchtung an den Rädern, aber auch reflektierende Kleidung im Straßenverkehr ist.