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Polizei am Brassertufer in Bonn mehrfach im Einsatz

Anwohner beklagen Ruhestörung : Bonner Polizei erteilt mehr als 50 Platzverweise am Rheinufer

Mehr als 50 Platzverweise an einem Wochenende: Am Brassertufer kommt es immer häufiger zu Polizeieinsätzen. Dabei provozieren und behindern die Störer die Polizei. In Köln musste das Ordnungsamt indes mehrere Partys auflösen.

Unter den Anliegern der Bonner Rheinpromenade ist die Stimmung im Keller: Einmal mehr liegt ein Wochenende hinter ihnen, das von nächtlicher Ruhestörung, Randale und Polizeieinsätzen geprägt war. Manche Anwohner denken bereits an einen Wegzug. Und auch bei der Polizei gibt die jüngste Entwicklung Anlass, sich mit dem Rheinufer noch intensiver zu beschäftigen als ohnehin schon: Sie berichtet von gezielten Behinderungen ihrer Arbeit durch Störer.

Nächtlicher Lärm, Dreck, Fäkalien und Kleinkriminalität: All das ist nichts Neues für die Anlieger der Promenade zwischen Schänzchen und Zweiter Fährgasse. Die jüngste Mittsommernacht werde ihnen für eine Weile aber besonders prägnant in Erinnerung bleiben, berichten Bürger dem General-Anzeiger.

Sowohl in der Nacht zu Samstag als auch zu Sonntag hatte die Bonner Polizei am Rhein für Ordnung sorgen müssen. „Wir haben mehr als 50 Platzverweise erteilt, danach wurde es jeweils ruhiger“, sagt Polizeisprecher Robert Scholten. Mehrere Personen habe man allerdings auch in Gewahrsam nehmen müssen. Tätig wurde die Polizei in den Promenadenabschnitten sowohl nördlich, als auch südlich der Kennedybrücke. Auch aus der Nähe des Ernst-Moritz-Arndt-Hauses meldeten Anlieger schlaflose Nächte.

Einsätze werden erschwert

Die Polizei sieht sich laut Scholten – auch bei den Einsätzen am Wochenende – mit einer zunehmenden Form von Respektlosigkeit konfrontiert. Die Methode: Ein Störer wird von der Polizei angesprochen und kontrolliert und währenddessen von einer unbeteiligten Person zu Renitenz und Widerstand gegen die Beamten angestachelt, wo dann auch Sätze fallen wie: „Von dem mit den zwei Sternen musst Du Dir doch nichts sagen lassen.“

Polizeisprecher Scholten erklärt: „Diese Störmanöver erschweren den Einsatz für unsere Beamten natürlich noch zusätzlich.“ Einen 23-Jährigen, der in dieser Form auftrat, nahm die Polizei in der Nacht zu Samstag in Gewahrsam, ebenso einen Gleichaltrigen, der 24 Stunden später ein ähnliches Verhaltensmuster aufwies. Mit auf die Wache kommen, mussten zudem ein 33-Jähriger und ein 30-Jähriger. Der eine wollte dem erteilten Platzverweis nicht nachkommen, der andere stand im Verdacht, gewalttätig geworden zu sein. Nach Lage der Dinge stellt sich die Polizei auf regelmäßige Besuche am Rhein ein, zumal der Sommer erst beginnt. Man habe das Areal im Fokus, heißt es. Wie sehr das Problem die Kräfte bindet, dokumentiert die Nacht zu Samstag, als nach Informationen des General-Anzeigers allein am Brassertufer fünf Streifenwagen im Einsatz waren.

Die Klientel, mit der es Anwohner und Ordnungshüter an der Promenade zu tun haben, beschreiben Anlieger und Behörden übereinstimmend als junge Männer, überwiegend mit Migrationshintergrund. Viele reisten von außerhalb an. Doch auch Sprösslinge aus dem Bonner Bildungsbürgertum trügen zu den schlaflosen Nächten bei. „Bluetooth-Lautsprecher, Wasserpfeife und Alkohol“, so skizziert ein Anlieger die Grundausstattung der nächtlichen Partyszene. Dass es keine Toiletten gibt, erzeuge die entsprechenden Folgen.

Weil es immer wieder zu Auseinandersetzungen komme, sei in der Nachbarschaft das Sicherheitsempfinden dahin, berichtet ein Anlieger der Schaumburg-Lippe-Straße: „Viele Nachbarn, vor allem die Frauen, meiden die Promenade inzwischen ab der Dämmerung“, sagt er. Er und seine Familie überlegten ernsthaft, nach Alfter umzuziehen.

Ordnungsamt löst mehrere Partys in Köln auf

Wie die Stadt Köln mitteilt, sind am Wochenende in der Domstadt mehrere große Partys vom Ordnungsdienst aufgelöst worden. Der Ordnungsdienst habe am Freitag und Samstag der Ordnungsdienst der Stadt Köln jedoch etliche Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung festgestellt und deswegen mehrere Verfahren eingeleitet.

Am Freitag feierten laut Ordnungsdienst gegen 23 Uhr rund 300 Personen im Kölner Beethovenpark. Dann wurde es still. Die Beamten ordneten an, dass die Musik abgeschaltet wird. Gegen 0.40 Uhr kam es dann in dem Bereich zu Randale. Etwa 150 Personen waren noch geblieben. Einige spuckten auf den Dienstwagen des Ordnungsamtes und übergossen ihn mit Alkohol.

Technoparty unter der Autobahnbrücke

Kurz darauf kam es im Stadtgarten zu einem Einsatz. Etwa 350 bis 400 Personen waren dort - auch die Außengastronomie war noch offen - bis der Ordnungsdienst sie schließen ließ.

Am Zülpicher Wall/Uni-Mensa traf der Ordnungsdienst gegen 23 Uhr rund 400 Personen und räumte den Bereich eine Stunde später.

Auch am Samstagabend wurde wieder auf der Straße gefeiert. In der Schaafenstraße standen rund 450 Personen vor den Gaststätten und auf der Straße - bis Polizei und Ordnungsdienst zunächst die Straße, später auch die Gehwege räumen ließen.

In der Merheimer Heide feierten rund 250 Technofans und unter einer Autobahnbrücke. Für die Corona-Auflagen zeigten einige kein Einsehen und beschimpften die Ordnungsamt-Mmitarbeiter. Der Ordnungsdienst löste die Party auf.