Kinderbecken im Römerbad: Politik lehnt "Luxusvariante" für rund 800.000 Euro ab

Kinderbecken im Römerbad : Politik lehnt "Luxusvariante" für rund 800.000 Euro ab

Ein neues Kinderplanschbecken soll das Römerbad noch attraktiver machen. Doch die Pläne, die die Verwaltung den Politikern jüngst im Finanzausschuss vorgelegt hatten, sorgten für Erstaunen und auch Verärgerung.

Denn demnach soll das Becken immer noch an die 800.000 Euro kosten. Obwohl man von der ursprünglichen Planung, ein Becken ganz aus Edelstahl in die Wiese einzulassen, inzwischen Abstand genommen hatte. Das hätte rund eine Million Euro gekostet.

Stattdessen schlägt die Verwaltung nun den Einbau eines Beckens aus Gummigranulat vor. Aus demselben Material sei auch das Planschbecken im Melbbad. Das Granulat sei vermutlich nicht so haltbar wie Edelstahl, aber auf jeden Fall besser geeignet als ein gefliestes Becken, das bei Frost leicht Schäden nehme.

Die Gefahr, dass das Becken aus Gummigranulat eventuell bei Hochwasser durch Treibgut beschädigt werden könne, sei eher gering, so die Verwaltung. Das Becken werde durch eine Mauer vor Hochwasser geschützt.

Trotz dieser preiswerteren Variante für das Becken musste die Verwaltung ihre Pläne wieder einpacken. "Wir haben die Summe auf 400.000 Euro gedeckelt. Dafür muss es doch möglich sein, ein Kinderplanschbecken zu bauen", sagte Grünen-Finanzexpertin Petra Merz. Stattdessen habe die Verwaltung eine Luxusvariante nach dem Vorbild einer römischen Badelandschaft geplant, bei der allein jeder der fünf Abfalleimer mehr als 2000 Euro kosten solle.

"Wir brauchen dort keinen Säulen für 4165 Euro das Stück oder eine Holzgaleere für 44.000 Euro", kritisierte Merz. Es gehe nicht an, dass einerseits zu wenig Geld für die Sanierung aller Bäder da sei, anderseits bei einem Planschbecken aus den Vollen geschöpft werde. Damit aber bald mit dem Bau begonnen werden kann, soll die Verwaltung schon für Donnerstag zur Ratssitzung eine abgespeckte Planvariante vorlegen.

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