Kultur in Bad Godesberg: Politik findet keine Einigung zum Kleinen Theater

Kultur in Bad Godesberg : Politik findet keine Einigung zum Kleinen Theater

Die Ratskoalition in Bonn hat die beiden Vertragsentwürfe zum Kleinen Theater in Bad Godesberg abgelehnt. Nun wollen CDU, FDP und Grüne über andere Varianten beraten.

Nach wie vor steht die Entscheidung der Ratskoalition über die Zukunft des Kleinen Theaters in Bad Godesberg aus. Einig sind sich CDU, Grüne und FDP nur: Keiner der beiden Vertragsentwürfe, die zurzeit auf dem Tisch liegen, ist zustimmungsfähig. Dissens besteht in der Frage, ob die ehemalige Bürgermeistervilla verpachtet oder verkauft werden soll.

Nach einem Treffen der Fraktionsspitzen am Montagnachmittag will die Jamaika-Koalition sich in dieser Woche noch einmal zusammensetzen und über mögliche Varianten beratschlagen. Ob der Stadtrat in seiner Sitzung am 11. Dezember einen Beschluss fassen kann, steht allerdings noch in den Sternen.

Wie berichtet, haben sich ein Personenkreis um den ehemaligen Bonner Generalintendanten Klaus Weise aus Bad Godesberg sowie der Schauspieler Frank Oppermann um das Kleine Theater beworben. Der bisherige Intendant Walter Ullrich (87), der das Theater an der Koblenzer Straße seit mehr als 60 Jahren führt, will nächstes Jahr aufhören. Weise und Co. wollen das sanierungsbedürftige Gebäude für den von der Stadt festgesetzten Mindestkaufpreis in Höhe von 410 000 Euro erwerben, es sanieren und auf jeden Fall 15 Jahre lang kulturell nutzen. Oppermann will es für 16.500 Euro im Jahr pachten und 60 000 Euro jährlich für die Sanierung bereitstellen. Beide Bewerber haben deutlich gemacht, dass sie eine baldige Entscheidung benötigen, um die Fortführung des Theaterbetriebs mit Beginn der Spielzeit 2019 sicherstellen zu können.

Zweifel an der Finanzierung beider Bewerber

Doch bei beiden Vertragsentwürfen haben die Mitglieder der Jamaika-Fraktionen erhebliche Bauchschmerzen, ob die Bewerber ihre jeweiligen Vorhaben finanziell stemmen können. „Aus meiner Sicht hätte die Verwaltung deshalb solche Vertragsentwürfe erst gar nicht vorlegen dürfen“, kritisiert Werner Hümmrich (FDP).

Seine Fraktion und auch die CDU tendierten insgesamt für einen Verkauf, dann allerdings müsste sichergestellt werden, dass das Haus wirklich saniert und kulturell genutzt wird. „Das geht aus dem Vertrag mit Herrn Weise nicht eindeutig hervor“, so Hümmrich. Sein Vorschlag: Die Stadt solle den vom Städtischen Management (SGB) ermittelten Kaufpreis für das Haus ohne Theaternutzung in Höhe von 600.000 festsetzen. Weise zahlt zunächst 410.000 Euro. Sollte er sich nicht an die Abmachungen halten, muss er die restlichen 190.000 Euro anteilig für jedes Jahr zurückzahlen, in dem dort nicht mehr Theater gespielt würde.

Für Tim Achtermeyer (Grüne) ist eine Verpachtung „auf jeden Fall nachhaltiger für die Stadt“. Viel schlauer wäre es aber, die Stadt setze das Gebäude selber instand, verpachte es und kassiere dann die Jahrespacht in voller Höhe von 76.500 Euro. „Eine andere Überlegung wäre, Herr Oppermann weist eine Sicherheit nach, die sich zwischen 100.000 und 150.000 Euro bewegen müsste“, erklärte Achtermeyer auf GA-Nachfrage.

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