Einkaufen in Bonn: Plastiktüten kosten ab dem 1. April Geld

Einkaufen in Bonn : Plastiktüten kosten ab dem 1. April Geld

Auch in Bonn muss der Kunde in vielen Geschäften für die Tragetaschen bezahlen. Es ist eine freiwillige Initiative des Handels.

Frühlingszeit ist Einkaufszeit: Mit den ersten Sonnenstrahlen wächst auch die Lust auf luftig-leichte Sommermode. Doch ein Einkaufsbummel in die Stadt will sorgfältig geplant sein. Wer unnütze Kosten sowie Müll vermeiden will, der geht nur noch mit eigenen Einkaufstaschen außer Haus. Denn ab 1. April muss der Kunde in vielen Geschäften für die bisher kostenlos abgegebenen Plastiktüten zahlen.

In Supermärkten werden sie längst über den Scanner gezogen, in einigen Drogeriemärkten sind die kleinen Tragetaschen bereits aus Umweltgründen aus dem Kassenbereich verschwunden. „Als Kunde waren wir es gewohnt, fast überall eine Tasche zu bekommen“, erklärt Uwe Stephan vom Einzelhandelsverband Bonn. „Deshalb wird sich der Verbraucher jetzt umstellen müssen.“ In Zukunft wird jeder Händler selbst entscheiden, wie er die freiwillige Selbstverpflichtung zwischen dem Handelsverband Deutschland und dem Bundesumweltministerium umsetzt.

Der Kaufhof in Bonn unterstützt die Kampagne, wenn auch mit Verzögerung. Erst ab 1. Juli werden am Münsterplatz kleine und mittlere Plastiktüten zehn Cent kosten, die großen wie beispielsweise die Bettwarenbeutel 25 Cent. Gleichzeitig wird es aber auch Mehrwerttaschen sowie Papiertüten geben. „Wir sind zuversichtlich, dass mit dem gestiegenen Bewusstsein der Verbraucher auch die Akzeptanz für eine solche Regelung steigt und wir dazu beitragen, die Zahl der Plastiktüten zu reduzieren“, begründet Unternehmenssprecher Steffen Kern diesen Schritt.

Wenige Meter weiter am Bottlerplatz muss der Verbraucher ab morgen bezahlen. Ab 1. April werden an der Kasse von C & A 20 Cent fällig. „Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir alte Gewohnheiten auf den Prüfstand stellen und nachhaltigere Verhaltensweisen etablieren“, erläutert Unternehmenssprecher Thorsten Rolfes. Denn wenn die Kunststoffbeutel nicht mehr automatisch und kostenlos angeboten würden, dann sei das ein wirksamer Beitrag zum Ressourcenschutz. Umstellen in Sachen Kundenservice muss man sich in der Parfümerie Vollmar nicht. „Wir verfügen überhaupt nicht über Plastiktüten“, erklärt Romy Britten. Dort gebe es weiter Papiertüten.

Die schwedische Kette H&M schließt sich der Vereinbarung von Handel und Ministerium ebenfalls an. Wie viel die Kunden in Bonn bezahlen müssen, das steht allerdings noch nicht fest. „Wir bereiten derzeit die Einführung eines solchen Abschlags vor. Weitere Details können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht nennen“, erklärt Tanja Hußenether von H&M. Bezahlen muss der Kunde auch beim Technikanbieter Conrad Electronic in der Karlstraße. „Wir wollen damit ein deutliches Zeichen für mehr Nachhaltigkeit setzen und unseren Beitrag zur Vermeidung von Müll leisten“, begründet Jürgen Eimer.

Knackiges Obst und Gemüse gehört zum Sortiment der mittlerweile neun Verkaufsstellen von „Schneiders Obsthof“ in Bonn und der Region. „Wir packen unsere Ware grundsätzlich in Papier ein“, berichtet Marion Deichmann. Nur wenn der Kunde es ausdrücklich verlange, werde die Ware in eine Plastiktüte gesteckt. „Bisher ist nicht vorgesehen, dass bei uns für die Kunststofftaschen bezahlt werden muss.“

Uwe Stephan empfiehlt den Verbrauchern, „einfach immer Mehrwegtaschen im Auto oder in der Handtasche zu haben“.