Musiker hinterm Vorhang: Philharmonischer Chor porträtiert Schönberg

Musiker hinterm Vorhang : Philharmonischer Chor porträtiert Schönberg

Schülern Musik Arnold Schönbergs, des Urvaters der Moderne, nahe zu bringen, erfordert viel pädagogisches Geschick. Thomas Neuhoff, Leiter des Philharmonische Chores Bonn, besitzt es. Er initiierte nun ein Komponistenporträt Schönbergs sowohl als Schülerprojekt, bei dem drei Bonner Schulen beteiligt waren, wie auch als Konzert im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses.

Im Zentrum des Konzertes stand eine szenische Aufführung des Pierrot Lunaire op. 21. Der Regisseur Géza Melczer-Lukács hatte hierzu eine Bühnenaktion erarbeitet, die von dem Pantomimen Sven Djurovic kongenial umgesetzt wurde. Die Instrumentalisten des Concerto con Anima hatte man hinter einen mannshohen Paravent verbannt, auf dem mit präsenter Diktion agierende Sprecherin Ingrid Schmidthüsen positioniert war. Das Ergebnis geriet eindringlich.

Der erste Teil des Konzertes war Kammer- und Chormusik Schönbergs vorbehalten. Der Kammerchor des Philharmonischen Chores präsentierte frühe spätromantische Werke ebenso wie Zwölftöniges. Vor allem Letzteres stellte selbst die handverlesenen Mitglieder dieses exquisiten Ensembles vor große Herausforderungen, die sie ganz ausgezeichnet bewältigten.

Faszinierende Interpretationen des Liedes der Waldtaube aus den Gurreliedern durch das Concerto con Anima und die Mezzosopranistin Alison Browner und des letzten Satzes aus dem zweiten Streichquartetts durch das Pleyel Quartett und Browner rundeten das spannende Konzert ab.