Ein Teil von 50 Millionen: Pfadfinder aus Oxford besuchen den Bonner Stamm St. Georg

Ein Teil von 50 Millionen : Pfadfinder aus Oxford besuchen den Bonner Stamm St. Georg

Knapp 30 Pfadfinder aus der Partnerstadt Oxford statteten der Bundesstadt am Mittwoch einen Besuch ab. Sie kamen auf Einladung ihres befreundeten Stammes, der Pfadfinder von St. Georg.

Knapp 30 Pfadfinder aus der Partnerstadt Oxford statteten der Bundesstadt am Mittwoch einen Besuch ab. Sightseeing stand ab Mittag auf dem Programm ihres einwöchigen Aufenthalts. Sie kamen auf Einladung ihres befreundeten Stammes, der Pfadfinder von St. Georg. Ihre Zelte aber haben sie weitab vom Trubel der Großstadt an der Steinbachtalsperre aufgeschlagen.

Esther findet den Ort "wunderschön", wie das junge Mädchen sagt. "Wir können dort baden und sind mitten in der Natur." In Bonn ist sie das erste Mal und schon ganz gespannt auf die Stadt und ihren berühmten "Sohn" Beethoven. Nach einem Besuch im Phantasialand sowie einer gemeinsamen Aufräumaktion an der Siegaue stand nun eine Stadttour auf dem Programm, bevor sie alle zusammen am Lagerfeuer den Tag ausklingen ließen. Aber wie bei gegenseitigen Besuchen üblich, gibt es auch einen offiziellen Teil. In diesem Fall einen Empfang im Stadthaus. Dabei war auch Geduld gefragt: Jeder der jungen Gäste trug sich ins Gästebuch der Stadt Bonn ein.

Bezirksbürgermeisterin Brigitta Poppe-Reiners begrüßte die englischen Gäste in deren Muttersprache, entschuldigte sich aber gleichzeitig für ihre nicht so perfekten Sprachkenntnisse. Dabei redete sie fließend und musste nur für wenige Wörter den "Dolmetscher" der Bonner Pfadfinder bemühen. Sie betonte die Wichtigkeit solcher Partnerschaften und bezeichnete die Pfadfinder als "Friedensbotschafter". "Sie sind eine Gruppe von 50 Millionen", sagte sie mit Blick auf die weltweiten Pfadfindergruppen. Sie selbst habe sehr gute Erinnerungen an ihre Besuche in der Partnerstadt. Und da nächstes Jahr das Jahr der Städtepartnerschaften ansteht, lud sie die Oxforder für 2019 direkt wieder ein.

Der Kontakt zwischen den Pfadfinderstämmen ist noch jung. Seit 2012 pflegen sie ihre Partnerschaft, die sich in gegenseitigen Besuchen ausdrückt. 2013 seien sie erstmals in Oxford gewesen, erklärt Christoph Meurer, der den Besuch maßgeblich mitorganisiert hat.

Für den Leiter der Oxforder Gruppe, Simon Gurl, sind die Stämme gar nicht so unterschiedlich: "Wir sprechen nur unterschiedliche Sprachen", sagte er lachend. In der Tat unterscheiden sich die Aktionen der Oxforder und der Bonner Pfadfinder kaum. Sie richten Zeltlager aus, pflegen den ökologischen Gedanken und sind völkerverbindend. Einziger Unterschied ist, dass die hiesigen Pfadfinderstämme an die katholische Kirche angeschlossen sind. In Oxford sind sie konfessionslos.