Grüne Spielstadt: Perfekter Start in die Saison

Grüne Spielstadt : Perfekter Start in die Saison

Viele junge Familien zog es am Wochenende aufs Meßdorfer Feld zur Eröffnung der Grünen Spielstadt.

Klettern, Basteln, zwischen den Weidenruten Verstecken spielen oder einfach auf der Decke sitzen und Pizza essen - für Luisa, Isabel, Moritz (alle 6) und Josef (5) wurde es nicht langweilig in der Grünen Spielstadt. Die hatte am Sonntag erstmals in diesem Jahr wieder geöffnet. Und am besten gefielen den Kindern: "Die Clowns!"

Gemeint waren Jacques und La Flèche. Sie stritten sich um einen "Zauberriegel", bewunderten die Kirschblüten und zauberten aus einem Korb, den die Kinder zuvor mit Gras gefüllt hatten, einen Schoko-Muffin hervor, den sie in vielen kleinen Krümeln auf die kleinen Zuschauer verteilten.

Die beschränkten sich nicht nur aufs Zugucken, sondern riefen immer wieder dazwischen und waren voll bei der Sache. "Die Kinder sind so nah und machen toll mit", sagte Olivia Gajetzki (La Flèche). "Da wollten wir sie auch einbinden. Es ist schön, dass alle mitgewirkt haben", meinte ihre Kollegin Janina Raspe (Jacques).

Die beiden Schauspieler sind Studenten der Alanus Hochschule Alfter und haben ihre Rollen dort auch im Theaterstück von Molières Commedia dell'arte-Schauspiel "Der Geizige" aufgeführt. Die Sonne schien, alles blühte und grünte, das lockte viele Besucher auf das Meßdorfer Feld. "Das ist wirklich ein Wahnsinnsstart", sagte Jürgen Becker von der Brotfabrik in Beuel.

Die hatte den offenen Spielstadt-Tag gemeinsam mit dem Wissenschaftsladen Bonn als Projektträger unter dem Titel "Kunst ohne Strom" ausgerichtet, der bis September über alle Sonntagsveranstaltungen in der Spielstadt steht. Im Mittelpunkt stehe nicht das Programm, sondern das "im-Grünen-Sein", so Becker.

Das fand auch Nadine Krabbe, die mit ihrer fast zwei Jahre alten Tochter Maia gekommen war. "Hier sind keine Autos, das ist toll." Sie wohne in der Nähe und habe von ihrer Freundin Paula Saak von der Spielstadt erfahren. Die war mit Tochter Pina (2) gekommen. "Wir sind gerne hier", sagte sie.

Für die meisten Angebote waren die beiden Mädchen noch zu klein. Am Basteltisch der Jugendkunstakademie tummelten sich viele Kinder, im hinteren Bereich des Geländes wurde unter Anleitung von Kathrin Marder ein Stück Grasboden umgegraben, um dort Bohnen und andere Pflanzen zu säen.

Im "Klang-Ei" spielte Michael Reichelt, Didgeridoo-Bauer und "Klangreisender", auf seinem selbstgefertigten Intrument. Außerdem gab es Pizza aus dem Steinofen und Kuchen - allerdings nicht genug.

Becker wertete es als einen Erfolg, dass schon nach 90 Minuten alle Kuchenstücke weg waren. Er war restlos zufrieden mit dem Andrang und dem Veranstaltungsort. "Für uns ist das als Experimentierfeld interessant", sagte der Brotfabrik-Geschäftsführer.

Auf der Bühne könnten nur fertige Stücke gezeigt werden, in der Spielstadt auch solche, an denen noch gearbeitet und gefeilt wird. "Die Idee ist so flexibel, dass sie sich transportieren lässt."

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