Beschluss im Stadtrat: Paulusheim-Gelände wird Wohnquartier

Beschluss im Stadtrat : Paulusheim-Gelände wird Wohnquartier

Der Stadtrat hat mit Mehrheit den Bebauungsplan für das Paulusheim-Gelände beschlossen. Die SPD spricht von nicht eingehaltenen Zusagen der Stadt.

Vor mehr als vier Jahren schloss das Paulusheim an der Sebastianstraße seine Pforte für immer. Der Träger des Seniorenpflegeheims, eine Gesellschaft der Alexianer-Brüdergemeinschaft, hatte trotz des erbitterten Widerstands vieler Angehöriger der Bewohner den Betrieb in einen Neubau nach Troisdorf verlagert. Jetzt hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einen Bebauungsplan für das Gelände beschlossen. Dort sollen Wohnungen errichtet werden.

Geplant ist, wie berichtet, ein Wohnquartier mit Miet- und Eigentumswohnungen. Investor ist die Instone Real Estate Development GmbH (zuvor: formart GmbH & Co. KG) aus Köln, die das frühere Paulusheim samt Gelände im August 2014 erwarb. Sie will, so die Stadtverwaltung in einer entsprechenden Vorlage für den Rat, vor allem besondere Wohnformen für ältere Menschen schaffen. Mit Pflegewohngemeinschaften, seniorengerechten Wohnungen mit Service sowie einem ambulanten Pflegedienst vor Ort soll das Pflegeangebot in Endenich gestärkt werden.

Insgesamt sind rund 210 Wohneinheiten geplant mit barrierearmen Haus- und Wohnungszugängen. Es soll zudem eine Tiefgarage entstehen. Die Gebäude, die zum ehemaligen Paulusheim gehören und bis vor Kurzem als Flüchtlingsunterkünfte genutzt wurden, sollen abgerissen werden. Vom Altbau sollen allerdings die Fassade und die Dachform erhalten beziehungsweise in gleicher Anmutung wiederhergestellt werden. Südlich schließen sich zwei viergeschossige Gebäudezeilen entlang der Sebastianstraße an. Rückwärtig sind dreigeschossige Gebäude geplant. An der Ecke Sebastianstraße/Alfred-Bucherer-Straße soll ein sechsgeschossiges Gebäude als Solitär errichtet werden. Das denkmalgeschützte Schumannhaus in unmittelbarer Nachbarschaft bleibt von dem Bauvorhaben unangetastet.

Wann konkret mit dem Wohnungsbauprojekt begonnen werden soll, war am Mittwoch nicht zu erfahren. Unter anderem die SPD stimmte gegen den Aufstellungsbeschluss. Ratsherr Herbert Spoelgen erklärte, dass von den einstigen Zusagen bezüglich eines Seniorenpflegeheims kaum etwas übriggeblieben sei. „Wir haben damals einen adäquaten Ersatz für das Paulusheim gefordert. Den sehen wir in dieser Planung nicht.“ Zudem sehe die Planung von formart nicht vor, den Park des Paulusheimes zu erhalten. Das sei damals aber ebenfalls von den Bürgern gefordert worden. Für Rolf Beu (Grüne) handelt es sich dagegen um einen guten Kompromiss, den man für das Paulusheim-Gelände gefunden habe.

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