Eine Lösung soll es am Montag geben: Parteien beraten über die Zukunft des Pantheon

Eine Lösung soll es am Montag geben : Parteien beraten über die Zukunft des Pantheon

"Wir werden nächste Woche eine gemeinsame Lösung präsentieren." Sehr viel mehr wollte Bärbel Richter gestern Abend über die Ergebnisse der interfraktionellen Beratungsrunde zur Zukunft des Pantheons und des Forums Süd der Beethovenhalle nicht sagen.

Gute zwei Stunden hatten zuvor Vertreter der Ratsfraktionen von CDU, SPD, FDP, Grünen und Linken hinter geschlossenen Türen getagt und sich Argumente von der Stadtverwaltung, der Bonn CC, die die Beethovenhalle betreibt, des Beethoven Orchesters und der Beethovenfestspielmacher sowie Springmaus-Chef Andreas Etienne angehört und beraten.

Kann das Pantheon nun im kommenden Sommer in den Südtrakt der Halle einziehen, wenn sie ihr Domizil im Bonn Center verlassen muss, oder nicht? Oder wird es doch zu einem neuen Proberaum für das Bonner Orchester umgebaut? Die Fraktionschefin der SPD, die die Runde kurzfristig zu ihrer Sprecherin erklärt hat, lächelt: "Wir werden das Ergebnis am Montag mit unseren Fraktionen besprechen und dann bekanntgeben." Man habe vereinbart, nicht mehr dazu zu sagen. Nur noch das: "Wir möchten alle, dass das Pantheon auch in Zukunft eine Spielstätte hat, und wir gehen davon aus, dass das Pantheon zufrieden sein wird."

Martina Steimer, Künstlerische Leiterin des Pantheon, war eigentlich ein wenig traurig, dass sie nicht auch an der Beratungsrunde teilnehmen durfte. "Wenn Frau Richter das so ausdrückt, dann habe ich Hoffnung", sagte sie. Überrascht war sie schon darüber, dass Andreas Etienne zu den Beratungen hinzugezogen wurde - "als Nutzer der Beethovenhalle", hieß es. Steimer: "Die Springmaus ist mit ihren großen Veranstaltungen immer mehr nach Troisdorf ausgewichen. Da veranstalten wir doch mehr in der großen Beethovenhalle." Für 2016 seien bisher schon sechs große Shows vorgesehen, unter anderem mit Helge Schneider, Paul Panzer und Carolin Kebekus.

Jedenfalls hat sich nach GA-Informationen nach der Intendantin des Beethovenfests, Nike Wagner, jetzt auch die Bonn Conference Center GmbH (Bonn CC) gegen einen Pantheon-Einzug ausgesprochen. "Voraussetzung für eine Nutzung des Forums Süd der Beethovenhalle durch das Pantheon war die Errichtung des Festspielhauses", heißt es in der Erklärung von Bonn CC. "Insofern haben sich die Überlegungen zur Überlassung des Forums ans Pantheon erledigt, da wir davon ausgehen, dass die Beethovenhalle als Spielstätte des Beethoven Orchesters und als wesentlicher Veranstaltungsort für das Beethovenfest gesetzt ist." Bonn CC ist eine hundertprozentige Beteiligungsgesellschaft der Stadt Bonn. Sie betreibt das World Conference Center und die Beethovenhalle Bonn.

Wagner hatte kürzlich festgestellt, ein dauerhafter Wegfall der Räume im Südtrakt der Beethovenhalle bedeute "erhebliche Einschränkungen" und hätte einen "erheblichen Schaden für das Beethovenfest Bonn" zur Folge. Bonn CC hat die Absage mit einer Warnung verknüpft. Sollten "entgegen unser bisherigen Annahme neue politische Beschlüsse" einen Umzug des Pantheon in die Beethovenhalle ermöglichen, wären zahlreiche Veranstaltungsformate nicht mehr realisierbar: darunter Beethovenfest, Deutscher Musikwettbewerb, Beethoven Orchester mit parallelen Chorproben (unter anderem für Aufführungen in der Oper), Ball der Luftwaffe, Gastspiele, Messen und Ausstellungen, Bautage, Seniorentage und Karnevalssitzungen.

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