Aufklärungskampagne gegen Sucht und Gewalt: "Papilio" macht Station in Bonn

Aufklärungskampagne gegen Sucht und Gewalt : "Papilio" macht Station in Bonn

Sucht und Gewalt sind Probleme, die nicht erst auf dem Schulhof beginnen. Nach Erkenntnissen aus der Entwicklungspsychologie werden bereits im Kindergartenalter Weichen für ein grundlegendes soziales Verhalten gestellt.

In Kooperation mit der Augsburger Puppenkiste und der Barmer Krankenkasse tourt dazu die Aufklärungskampagne "Papilio" seit 2006 mit einem Kindergartenprogramm durch Deutschland, um das Sozialverhalten von Kindern zu fördern. Die machte jetzt Station in der Thomas-Morus-Kirchengemeinde in Tannenbusch.

"Das Programm wurde evaluiert. Die Ergebnisse zeigten, dass Verhaltensprobleme reduziert und soziale Kompetenzen aufgebaut werden konnten", so Heidrun Mayer, Vereinsvorsitzende von Papilio und Initiatorin des Programms. Auf Einladung der Bonner Präventionsfachstelle "update" wurde gestern im Rahmen des Programms eine Aufführung der Augsburger Puppenkiste im katholischen Thomas-Morus-Pfarrzentrum aufgeführt.

"Papilio ist bereits zum dritten Mal zu Gast in Bonn. Zehn Kindergärten und 30 Erzieherinnen sind bereits dabei. Diesmal sprechen wir Kinder aus Tannenbusch an ", so Jörg Cadsky, Papilio-Trainer bei update. In dem Stück "Paula und die Kistenkobolde" lernt das Kindergartenkind Paula vier Kobolde und deren unterschiedlichen Gefühlswelten kennen. Gespannt verfolgten die Kinder die Auftritte von Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold. "Durch das Programm lernen sie, mit den eigenen Gefühlen umzugehen und diese mitzuteilen", sagte Mayer.

In einer Fortbildung wird den Erzieherinnen ergänzendes Fachwissen vermittelt, um auch das eigene Erziehungsverhalten nachhaltig zu verbessern. In einer weiteren Maßnahme lernen die Kinder an einem spielzeugfreien Tag im Kindergarten, sich mit anderen Kindern zu beschäftigen. Auch wird den Kleinen spielerisch der Umgang mit sozialen Regeln gezeigt. Das Programm wurde vor zwölf Jahren entwickelt. Bislang wurden bundesweit über 5000 Erzieherinnen fortgebildet und rund 110.000 Kinder über das Programm erreicht.

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