Panne am Sonntag: Offene Schranke am Rheinweg bestürzt Bürger

Panne am Sonntag : Offene Schranke am Rheinweg bestürzt Bürger

Ein Zeuge widerspricht der Darstellung eines Bahnsprechers, dass kein Zug bei offener Schranke den Bahnübergang am Rheinweg passiert habe.

Als Andreas Ulbrich am Dienstag im General-Anzeiger von der Panne mit einer Schranke am Bahnübergang Rheinweg am Sonntagnachmittag las, war er über die Aussagen eines Bahnsprechers zu dem Vorfall überrascht. Denn dieser hatte erklärt, es habe kein Zug zu dem Zeitpunkt den Bahnübergang aus der Fahrt heraus bei offener Schranke überquert. Ulbrich, der zu der Zeit mit seiner Familie an der Schranke wartete, berichtet das Gegenteil: Als die Schranke sich öffnete, habe sich ein Zug genähert, der noch mit mindestens Tempo 30 den Bahnübergang überfahren habe.

Als Ulbrich mit seiner Frau und den beiden Kindern dort stand und die Schranke sich öffnete, habe er gesehen, wie sich ein Zug aus Richtung Hauptbahnhof dem Übergang näherte. „Der Zug war noch etwa 200 Meter von dem Übergang entfernt“, berichtet Ulbrich, der mit seiner Familie in Kessenich wohnt, dem GA. Er habe einen neben ihm wartenden Autofahrer davor gewarnt, loszufahren, und auch den Lokführer mit Winken auf die Gefahr hingewiesen. Erst dann habe der Zugführer den Bremsvorgang eingeleitet und Warnsignale abgesetzt.

„Erst als Teile des von einer roten Lokomotive der DB gezogenen Güterzuges den Bahnübergang bei offener Schranke bereits passiert hatten, schloss sich endlich die Schranke. Etwas später kam der Güterzug, den Bahnübergang versperrend, zum Stehen, wobei der Geruch von verbrannten Bremsbelägen deutlich zu riechen war“, sagt Ulbrich weiter. Per Handy habe er die Notrufnummer der Polizei gewählt und sie über diesen Vorfall in Kenntnis gesetzt. Er habe die Polizei darum gebeten, die Bahnpolizei zu informieren. „Das ist auch geschehen“, bestätigt Polizeisprecher Frank Piontek am Mittwoch dem GA auf Nachfrage.

Ulbrich nahm hohe Gefährdung wahr

Ulbrich ist überzeugt: Anders, als es die Bahn darstelle, habe sehr wohl eine „hohe Gefährdung“ für Passanten und Autofahrer bestanden. In einem Schreiben an die Bahnpolizei und das Eisenbahn-Bundesamt als Aufsichtsbehörde bittet er darum, den Vorfall sorgfältig zu untersuchen und dann Maßnahmen zu treffen, die solche Vorfälle möglichst unwahrscheinlich machten. „So etwas möchte ich nicht noch einmal erleben“, sagt der 50-jährige Familienvater.

Wie berichtet, hatte die Deutsche Bahn die Schrankenstörung am Bahnübergang Rheinweg dem GA auf Nachfrage bestätigt. Die Schranke habe am Sonntag von 16.27 bis 17.15 Uhr offen gestanden. Dann war sie repariert, hatte der Bahnsprecher erklärt. Er betonte, „dass zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden hat“.

Am Mittwoch erklärt der Sprecher zurückhaltender als am Montag: „Am Sonntagnachmittag, 15. April, ist es zu einer Bahnübergangsstörung am Rheinweg in Bonn gekommen. Hier hat ein Zug den Bahnübergang bei geöffneter Schranke passiert.“ Die näheren Umstände, ob es zuvor zu einem Halt vor der geöffneten Schranke gekommen sei, seien Gegenstand einer Untersuchung.

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