"Bildung(s)gestalten": NRW-Projekt soll Netzwerke in der Jugendarbeit hervorbringen

"Bildung(s)gestalten" : NRW-Projekt soll Netzwerke in der Jugendarbeit hervorbringen

"Kinder brauchen mehr als Schule." Dieser Satz, den der Bonner Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider gestern Nachmittag im Jugendzentrum Uns Huus an der Mackestraße, sagte, drückt in wenigen Worten alles aus. Nämlich die Ziele des NRW-Projekts "Bildung(s)gestalten".

Was es damit auf sich hat, wollte auch NRW-Staatssekretär Bernd Neuendorf wissen, der die Kinder und Jugendlichen in der Nordstadt besuchte. Schließlich ist das Land auch einer der Geldgeber für das dreijährige Landesprojekt in Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit. In Bonn ist neben Uns Huus der Caritas auch die Jugendfarm mit im Boot. Neuenburg meinte, dass das Projekt dazu dient, "dass die offene Jugendarbeit ernster genommen wird". Sie mache gute Arbeit.

Hiltrud Triphaus (Jugendfarm) und Projektkoordinatorin Claudia Werker wollen den Rahmen von klassischer Bildung sprengen - gerade in bildungsfernen Sozialräumen. Dabei geht es etwa um Sozialkompetenzen, Kreativität und Kommunikation. So gab es im vergangenen Sommer an der Hedwigschule eine Ferienaktion unter dem Motto "Wer kommt, der kommt".

Wochentags waren bis zu 30 Kinder und Jugendliche da, wie sich Toni Breidbach (21) erinnerte. Ihm machte es Freude, als Betreuer gefordert zu sein. "Mir hat das Würstchen grillen am besten gefallen", sagte der achtjährige Jan, der gestern um Punkte beim Tischtennis-Rundlauf kämpfte.

Beim Beueler Gartenprojekt "lernen Kinder, Pflanzen großzuziehen", sagte Triphaus. Und sie würden voneinander lernen - alles freiwillig. Nächstes Vorhaben ist die Außengestaltung von Uns Huus, bei der die Ideen der Kinder gefragt sind. Werker und ihrem Team geht es in Bonn bis Juni noch darum, dass Schulen, Kindergärten und Jugendhilfeträger sich weiter vernetzen.

Wolfgang Hüttermann leitet Uns Huus, das wochentäglich rund 50 junge Besucher hat. Etwa 230 sind Stammbesucher übers Jahr.