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Bonner Innenstadt: Noch kein Bauantrag für Uni-Garage

Bonner Innenstadt : Noch kein Bauantrag für Uni-Garage

Die erneute Verzögerung bei der Sanierung der Uni-Garage trifft Universität und Anwohner völlig unvorbereitet. Eine Erklärung bleibt der Liegenschaftsbetrieb allerdings weiter schuldig.

Es herrscht gemeinhin Unverständnis bei Bonner Händlern, warum die Generalsanierung der Universitätsgarage nun ein weiteres Mal verschoben wird. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) konnte sich am Freitag noch nicht, wie zunächst angekündigt, zu den Gründen äußern. BLB-Sprecher Frank Buch begründete das mit der Vielzahl an Mitarbeitern, die an dem Projekt beteiligt und nicht so schnell erreichbar seien. Auf Anfrage teilte die Bezirksregierung Köln mit, dass ihr bisher kein Bauantrag des BLB für die Liegenschaft vorliege. Und so muss die Frage vorerst unbeantwortet bleiben, warum mit dem Beginn der Sanierung des Quasi-Neubaus der maroden Tiefgarage nicht vor dem dritten Quartal 2017 zu rechnen ist, obwohl es vor einem halben Jahr noch hieß, im März könne die lang erwartete Sanierung beginnen.

Lang erwartet deshalb, weil die Garage bereits Silvester 2012 schließen musste (siehe Infokasten). Oliver Hoffmann von Citymarketing fand mit Blick auf diese Chronologie am Freitag deutliche Worte: „Was der BLB da abzieht, ist unzumutbar.“ Was ihn besonders erzürnt, ist, „dass man nicht gemeinsam nach einer Lösung sucht, die der Innenstadt nützt“. Er weist allerdings zugleich auf die umliegenden Parkhäuser und Tiefgaragen hin. Hoffmann nannte beispielhaft das Beethovenparkhaus, die Stiftsgarage, die Stadthausgarage oder das Zurichparkhaus, die am Rande der Innenstadt Stellplätze bieten. „Es gibt in Bonn weiterhin gute Parkmöglichkeiten“, so Hoffmann.

Auch Adalbert von der Osten, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen ist wenig begeistert von der erneuten Verschiebung. Schließlich sollte die Garage nach bisherigen Plänen zum Weihnachtsgeschäft 2019 wieder eröffnen. „Wenn es jetzt wieder später wird, kommen wir wahrscheinlich ins Beethovenjahr 2020. Uns fehlt dann nicht nur Parkraum, sondern wir hätten auch eine unschöne Baustelle mitten in der Stadt“, so von der Osten.

Direkt betroffen ist der Bücherhof in der Straße Am Hof, direkt gegenüber dem Universitätshaupteingang und damit praktisch in der „Einflugschneise“ der Uniparker, die es früher in die Stadt zog. „Uns sprechen auch Kunden darauf an, dass sie nicht mehr so viel einkaufen, weil sie so weit schleppen müssen“, sagt Bücherhof-Geschäftsführer Henrik van Lunzen.

Die Universität hofft nun, dass der neue Zeitplan diesmal eingehalten wird. „Wir haben kein Interesse daran, dass es zu weiteren Verzögerungen kommt“, sagt Unisprecher Andreas Archut. Der Uni als Eigentümerin der Liegenschaft gingen jährlich sechsstellige Pachteinnahmen verloren, sagt er. Mit dem früheren Pächter sei der Vertrag ordnungsgemäß beendet worden, sodass es keine Schadensersatzansprüche gegen die Uni geben könne, so Archut. Die Tiefgarage ist zuvorderst eine Betriebsgarage für Mitarbeiter. Zurzeit parken sie auf angemieteten Stellplätzen und im Arkadenhof des Hauptgebäudes.

Seit Jahresbeginn steht auch die Marktgarage der Bonner City Parkraum mit ihren 300 Stellplätzen wegen einer Sanierung nicht mehr zur Verfügung. Deren Geschäftsführer Reiner Löffel sieht zumindest zurzeit keine zugespitzte Lage für die Autofahrer: „Samstagnachmittags kann es mal eng werden, aber ansonsten ist die Parksituation in Ordnung.“