Kommentar zum Kongresssaal des WCCB: Nicht fehlinvestiert

Kommentar zum Kongresssaal des WCCB : Nicht fehlinvestiert

Die Konzerttauglichkeit des Kongresssaals im WCCB ist keine Geldverschwendung. Zumal nicht auszuschließen ist, dass das Gastspiel möglicherweise in die Verlängerung muss. Die Sanierung der Beethovenhalle im Bestand kann Überraschungen bereithalten, meint GA-Redakteurin Lisa Inhoffen.

Im Nachhinein ist man immer schlauer: Dabei war eigentlich vorauszusehen, dass die Nachfrage nach Tagungen und Kongressen im WCCB – nach krisengeschüttelten Jahren endlich fertiggestellt und in Betrieb – als eines der modernsten Kongresszentren Deutschlands stetig steigen und damit für das Beethoven Orchester irgendwann keine Lücke mehr im Terminkalender zu finden sein würde. Was unterm Strich für die Bundesstadt Bonn als Kongressstandort eine sehr gute Nachricht ist.

Trotz des vorzeitigen Umzugs des Orchesters in die Oper ist die zusätzliche Investition von mehr als zwei Millionen Euro in die Konzerttauglichkeit des neuen Kongresssaals keineswegs eine Wegwerf-Investition, wie Kritiker jetzt vielleicht sagen werden. Denn den Experten zufolge passt das Konzertzimmer auch in die Oper, wo es bei Konzerten des Beethoven Orchesters auf der Bühne ebenfalls aus akustischen Gründen aufgebaut werden muss.

Dazu kommt: Das WCCB bleibt für die nächsten zwei Jahre – vielleicht sogar noch etwas länger – auf jeden Fall Spielstätte für das Beethoven-Festival, das schließlich nicht auch noch in die Oper verlegt werden kann.

Weil in der Beethovenhalle im Bestand gebaut und saniert wird und das erfahrungsgemäß ganz schnell ein Fass ohne Boden werden kann, könnte das Gastspiel des Festivals im WCCB eventuell sogar noch länger dauern. Wollen wir mal hoffen, dass es nicht so weit kommt, und Nike Wagner das Beethovenfest wie geplant im September 2019 zum Start in das Jubiläumsjahr 2020 in der dann grundsanierten Beethovenhalle eröffnen kann.

Eine pünktliche Fertigstellung ist natürlich auch im Sinne des Beethoven Orchesters, dessen Mitglieder sich bei den ständigen Wechseln der Bühnen innerhalb Bonns zurzeit wie auf einer Tournee im Dauerzustand fühlen müssen. Hut ab, der musikalischen Qualität hat das keinen Abbruch getan, wie man zuletzt beim Karnevalskonzert im WCCB hören konnte.