Südüberbauung kann neugebaut werden: Neugestaltung des Bonner Hauptbahnhofs

Südüberbauung kann neugebaut werden : Neugestaltung des Bonner Hauptbahnhofs

Ist das der langersehnte Durchbruch bei der Südüberbauung? Moritz Tank, Projektleiter bei der Ten Brinke Group, gibt sich vorsichtig optimistisch. "Wir haben einen Ankermieter für die gesamten vier Geschosse des Maximilian-Centers. Die Unterschrift ist trocken, und damit können wir jetzt das Projekt konkret angehen", sagte er am Mittwoch dem General-Anzeiger.

Am Freitag wird er die Pläne in der Eigentümerversammlung vorstellen. "Wir haben mit allen Eigentümern schon Vorgespräche geführt, und es besteht eine allgemeine Bereitschaft, das Projekt jetzt zu Ende zu führen."

Bernd Lammerz, Geschäftsführer der an den Planungen beteiligte Bosau Lammerz Projektentwicklungsgesellschaft (BLI), sagte: "Es war ein zäher Weg, aber jetzt besteht die realistische Möglichkeit, die Südüberbauung abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen." Ein großer Textilanbieter will auf rund 8000 Quadratmetern Mode anbieten, und auf der U-Bahnebene sind nach wie vor kleinteilige Geschäftszeilen vorgesehen.

"Die Gespräche laufen auch hier vielversprechend. Viele warten aber ab, was auf dem Nordfeld geschieht", sagte Tank. Die Ten Brinke Group hätte gerne den gesamten Bahnhofsvorplatz beplant und umgesetzt, doch die Jury hat sich, wie berichtet, für zwei andere Entwürfe entschieden: "Urban Soul" und das "Cassius Tor". Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag, 18. Juni.

Gestern hat sich der Verein Pro Bahnhofsvorplatz erneut gegen eine "stückweise Bebauung im Bahnhofsumfeld" ausgesprochen. Das sei nur "Stückwerk", sagte Birgitt Redlich für den Verein. "Wenn es aber eine Mehrheit im Rat für einen Entwurf geben wird, dann muss unbedingt eine Möglichkeit zur Verbesserung im Sinne der Bürger gegeben sein. Welcher Entwurf auch immer, er ist verbesserungsbedürftig."

Laut Tank leg der Verein da den Finger in die Wunde. "In der Tat sehen wir einige Schwierigkeiten, die beiden Projekte miteinander in Einklang zu bringen - vor allem in den Übergängen in der Untergeschossebene." Seit die Ten Brinke Group die schon von Roger Sevenheck und seinem Partner erworbenen Immobilien und die Pläne übernommen hat, habe man sich laut Tank insbesondere auf die inhaltliche Ausgestaltung der neuen Südüberbauung konzentriert. "Jetzt, da wir den Ankermieter haben, ein richtiges Zugpferd für die Bonner Innenstadt, können wir konkret mit den Eigentümern weiterverhandeln." Den Namen des Zugpferds mochte er (noch) nicht verraten.

Baugenehmigung ist verlängert

Für Ten Brinke sei dies der eigentliche "Startschuss". Indes: Man habe sich auch ein Limit gesetzt. "Wir wollen die Ankäufe bis Ende dieses Jahres abgeschlossen haben und in 2016 mit dem Bauen beginnen", sagte Tank zuversichtlich und betonte: Die Abrissgenehmigung liege vor, die Baugenehmigung sei verlängert, müsse aber noch angepasst werden.

Auch sonstige Voraussetzungen stimmten: Bei der Ten Brinke Group, die in Bonn unter anderem das neue GIZ-Gebäude am Trajekt gebaut hat, handele es sich um ein solventes Unternehmen, zu dem drei Bauunternehmen gehören. Tank: "Wir wollen jetzt loslegen."

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