Beethoven-Woche beginnt: Neue Technik für Konzertsaal im Beethoven-Haus

Beethoven-Woche beginnt : Neue Technik für Konzertsaal im Beethoven-Haus

Das Land unterstützt den Verein Beethoven-Haus mit 430.000 Euro. Der Saal soll mehr Möglichkeiten für Vorträge und private Veranstaltungen bieten.

Noch laufen die letzten Arbeiten, spätestens in der nächsten Woche muss dann alles fertig sein: Für die am Donnerstag beginnende Beethoven-Woche und vor allem mit Blick auf das Jubiläumsjahr 2020 wird die Technik im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses an der Bonngasse modernisiert. Begonnen haben die Arbeiten kurz vor Weihnachten. „Der Kammermusiksaal ist im Prinzip als rein akustischer Konzertsaal gebaut worden, als solcher funktioniert er auch wunderbar“, sagt Ursula Timmer-Fontani, Pressesprecherin des Beethoven-Hauses.

Um im Saal jedoch mehr Möglichkeiten für verschiedene Veranstaltungen wie Vorträge oder private Feierlichkeiten zu bieten, sei eine Modernisierung nötig gewesen. Diese betraf zum einen die Beleuchtung. „Der Saal verfügt jetzt über bewegliche Scheinwerfer, um unterschiedliche Positionen auf der Bühne beleuchten zu können“, erklärt Timmer-Fontani. Außerdem seien nun stromsparende LED-Lampen im Einsatz. „Es gab auch schon lange den Wunsch nach einer zeitgemäßen Verstärkertechnik.“

Eine neue Aufnahmetechnik sorgt zudem dafür, dass Konzerte einfacher mitgeschnitten werden können. Dazu sind auch neue Kabelwege verlegt, die Rundfunkanstalten das Übertragen von Veranstaltungen leichter macht. Neu sind ein festinstallierter Beamer und eine Leinwand für Filmvorführungen. „Das alles wird nach Abschluss der Arbeiten auf einem professionellen Stand sein“, sagt Timmer-Fontani. Darüber hinaus wird der Steinway-Flügel des Saals derzeit generalüberholt.

Fünf Aspekte für die Bonner Bürger

Die Gesamtkosten von 452 000 Euro trägt nach jetzigem Stand fast komplett das Land Nordrhein-Westfalen. Die Fördermittel seien Teil der Stärkungsinitiative Kultur der Landesregierung, teilt das Ministerium für Kultur und Wissenschaft auf Anfrage mit. „Der Antrag des Beethoven-Hauses Bonn wurde antragsgemäß im Rahmen des Ende 2018 ausgeschriebenen Investitionsfonds geprüft und die Fördersumme bewilligt“, heißt es aus Düsseldorf. Das Land finanziere die Modernisierung mit, „um im Jahr 2020 für das Jubiläumsjahr angemessene Bedingungen zu schaffen“.

Die nächsten Baumaßnahmen stehen ab Anfang März an. Dann wird das Museum im Geburts- und Wohnhaus Ludwig van Beethovens bis voraussichtlich Ende Juli umgebaut und bleibt in dieser Zeit geschlossen. Grund ist die Neustrukturierung des Museums: Statt eines chronologischen Aufbaus soll die Ausstellung künftig themengebunden sein, so dass Besucher ihren Rundgang an verschiedenen Punkten beginnen können.

„Damit Bonn-Besucher und die Bonner selbst in dieser Zeit aber nicht ohne Beethoven-Haus auskommen müssen, zeigen wir im Kammermusiksaal eine Art Interimsausstellung, die sich auf die Buchstaben BTHVN konzentriert“, sagt Timmer-Fontani. Die fünf Buchstaben stehen für die Aspekte Bonner Bürger, Tonkünstler, Humanist, Visionär und Naturfreund, die allesamt Leitthemen für das Jubiläumsjahr zum 250. Geburtstag des Komponisten sind. Unter diesen Aspekten zeigt die Ausstellung im Kammermusiksaal die wichtigsten Exponate aus dem Museum – allerdings nicht jeden Tag zwischen März und Juli, weil der Saal auch in dieser Zeit für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt wird.

Zunächst steht im Kammermusiksaal ohnehin die Beethoven-Woche an, bei der in diesem Jahr die Diabelli-Variationen des Komponisten im Zentrum stehen. Diese begann Beethoven vor genau 200 Jahren, sie sind sein letztes großes Klavierwerk. Vor zehn Jahren erwarb das Beethoven-Haus dazu das Werkstatt-Manuskript.

Die Beethoven-Woche beginnt am 24. Januar und endet am 3. Februar. Karten gibt es in den Bonnticket-Shops des General-Anzeigers sowie im Internet auf www.ga-bonn.de/tickets.

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